Der Diskursmonitor ist ein Online-Portal zur Aufklärung und Dokumentation von strategischer Kommunikation. Sie finden hier fachlich fundierte Informationen zu der Frage, wie gesellschaftliche Interessengruppen mit Sprache, Bildern und Medien um Deutungen ringen.

Dieses Portal ist work in progress – wir freuen uns über Fragen, Hinweise und Interesse an Mitarbeit oder Kooperation.

Call for Papers - Sprache und Lobbyismus

Strategische Kommunikation in Politik und Medien, Tagung, 10.-11.06.2027

Deadline für Einreichung: 31.10.2026

Glossar

Lexikon zur strategischen Kommunikation und Diskursforschung

Review

Berichte & Analysen von Expert*innen zu Diskursen

Barometer

Statistisches Live-Monitoring aktueller Entwicklungen
(in Arbeit)

Aus dem Glossar

Das DiskursGlossar ist ein Online-Lexikon zur strategischen Kommunikation. Auf Basis aktueller Forschung bietet es kompakte und anschauliche Informationen zu Phänomenen diskursiver Kämpfe, wie wir sie in Medien, Politik, Recht und Zivilgesellschaft beobachten können.

Das Glossar soll dazu beitragen, kommunikative Strategien in der öffentlichen Praxis besser zu erkennen, zu bezeichnen und zu kritisieren.

Partizipatorischer Diskurs

Partizipation ist mittlerweile von der Forderung benachteiligter Personen und Gruppen nach mehr Beteiligung in der demokratischen Gesellschaft zu einem Begriff der Institutionen selbst geworden: Kein Programm, keine Bewilligung mehr, ohne dass bestimmte Gruppen oder Personen dazu aufgefordert werden, für (mehr) Partizipation zu sorgen.

Begriffsgeschichte

Die Begriffsgeschichte lässt sich allgemein als eine historische Methode beschreiben, die den zeitlichen Wandel der Bedeutungen von bestimmten Ausdrücken untersucht. Da einzelne Worte nie isoliert begegnen und ihre jeweiligen Bedeutungen erst im Kontext größerer sprachlicher Zusammenhänge oder semantischer Felder greifbar werden, verbindet sie sich flexibel mit anderen Methoden historischer Semantik, wie etwa der Diskursgeschichte, der Argumentationsgeschichte oder der Metaphernforschung (Metaphorologie).

Influencer / Influencerin

Influencer:innen sind Personen, die auf Social-Media-Plattformen regelmäßig selbst produzierte Inhalte publizieren und damit eine öffentliche Reichweite über ihre Follower:innen aufbauen. Influencer:innen haben das Potenzial, Rezipient:innen in ihrem Wissen, Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen (engl. to influence).

Kollektivsymbol

Zur Kollektivsymbolik einer Kultur rechnet man den gesellschaftlich geteilten Vorrat an sprachlichen, bildlichen, schematischen und anderen Ressourcen, derer sich politische und mediale Akteure bedienen, um Ereignisse und Handlungen für die Allgemeinheit deutbar und verständlich zu machen.

Adbusting

Adbusting (Englisch: aus „ad“ – Kurzform von „advertisement“ = ‚Werbung‘ und „to bust“ = ugs. ‚zerschlagen‘) ist die Bezeichnung für eine Reihe von kommunikativen Praktiken, die zur Verfremdung kommerzieller und politischer Werbung im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Heutzutage spielen die Sozialen Medien eine zunehmende Rolle, da erstens digitale Bearbeitungstechniken eingesetzt werden können und zweitens durch jene ein ungleich größeres Publikum erreicht wird.

Social Bots

Als Social Bots werden Computerprogramme bezeichnet, die in der Lage sind, in sozialen Medien Kommunikation menschlicher Nutzer*innen (teilweise) automatisiert nachzuahmen.

Flashmob / Smartmob

Flashmobs sind ein urbanes Phänomen, das sich zu einer populären sozialen Ausdrucksform im öffentlichen Raum entwickelt hat. Sie entstehen durch das scheinbar spontane, tatsächlich aber organisierte Zusammentreffen einer Menschenmenge, die an einem bestimmten Ort eine gemeinsame Aktion ausführt und sich anschließend, als wäre nichts geschehen, wieder zerstreut.

Passivierung

Unter Passivierung versteht man die Formulierung eines Satzes in einer grammatischen Form des Passivs. Das Passiv ist gegenüber dem Aktiv durch die Verwendung von Hilfsverben formal komplexer. Seine Verwendung hat unter anderem zur Folge, dass handelnde Personen im Satz nicht genannt werden müssen, was beispielsweise in Gesetzestexten für eine (gewünschte) größtmögliche Abstraktion sorgt („Niemand darf wegen seines Geschlechts […] benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Art. 3 GG).

Agenda Setting

Rassistisch motivierte Gewalt, Zerstörung des Regenwaldes, Gender pay gap: Damit politische Institutionen solche Probleme bearbeiten, müssen sie erst als Probleme erkannt und auf die politische Tagesordnung (Agenda) gesetzt werden. Agenda Setting wird in Kommunikations- und Politikwissenschaft als eine Form strategischer Kommunikation beschrieben, mithilfe derer Themen öffentlich Gehör verschafft und politischer Druck erzeugt werden kann.

Petition

Petitionen sind eine der am meisten genutzten Partizipationsformen nach Wahlen. Sie sind sowohl ein Mittel der politischen Beteiligung als auch ein Protestmittel und damit Zwitterwesen in der politischen Landschaft. Durch die Digitalisierung haben sich Petitionen zudem maßgeblich verändert, ihre Zahl hat zugenommen, ebenso wie die Zahl der Plattformen, auf denen sich Petitionen starten lassen.

Die Macht der Worte – DLF-Podcast und Begleittexte

Unsere Welt ist geprägt von beschränkten Ressourcen. Der Verteilungskampf um diese Ressourcen findet nicht nur mit Gewalt, sondern in Demokratien vor allem sprachlich statt. Wörter und Bilder werden dabei zu mächtigen Werkzeugen, ja, manche werden zu „Waffen“. Doch was wissen wir tatsächlich über die vielbeschworene Macht der Sprache“, über „Propaganda“ und Manipulationstechniken in Alltag und Beruf? Und wie können wir uns rüsten gegen kommunikative Einflussnahme? – Fragen wie diese sind Gegenstand eines vierteiligen Podcasts im Deutschlandfunk in der Reihe „Systemfragen“ mit Kathrin Kühn, Paulus Müller (beide DLF) und Friedemann Vogel (Universität Siegen / Diskursmonitor). Die Begleittexte von Friedemann Vogel geben weitere Hintergrundinformationen und Beispiele zu den einzelnen Themen.

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Das Glossariat: Ein Glossar zu Glossaren

Das „Glossariat“ ist eine durchsuchbare Open-Access-Datenbank, die den Artikelbestand von derzeit 47 Wort- und Diskursglossaren an einer Stelle bündelt und so Recherche und Vergleiche quer zu den Glossaren ermöglicht.

Zur Datenbank

Aktuelle Beiträge zur Sprach- und Medienkritik

Der Blog versammelt kurzweilige Analysen von Masterstudierenden der Universität Siegen, die zentrale Streitpunkte gegenwärtiger öffentlicher Diskurse unter die Lupe nehmen. Entstanden im Wintersemester 2025/26 unter der Leitung von Friedemann Vogel, untersuchen die Beiträge, wie Sprache, Bilder und digitale Formate Meinungen prägen – von Memes als politischem Werkzeug über pauschale Nationsbezeichnungen bis hin zu Schlagwörtern wie „Zeitenwende“, „Stadtbild“ oder „Klimakleber“. Die Texte ordnen aktuelle Debatten linguistisch ein und laden dazu ein, den eigenen Sprachgebrauch kritischer und sensibler zu reflektieren. Mehr erfahren

Publikation

Das Online-DiskursGlossar ist nun auch als Print-Version erhältlich. Der vorliegende Band versammelt insgesamt 83 Beiträge zu zentralen Grundbegriffen, Techniken und relevanten Schlagwörtern aktueller Diskurse. Alle Texte enthalten knappe und verständliche Kurzzusammenfassungen, fachliche Hintergrundinformationen, illustrative Beispiele und Abbildungen sowie vertiefende Lektüreempfehlungen. Weitere Bände folgen.

Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention (Hrsg.): Glossar zur strategischen Kommunikation. Band 1. Siegen: universi – Universitätsverlag Siegen, 2024. 408 Seiten. 18,50 €.
ISBN: 978-3-96182-149-5
Informationen auf der Verlagsseite

Screenshot: "Schock" im Tagesspiegel

Erschrecken, Schock, Entsetzen

Politik und Medien sind oft voll „Erschrecken“, „Schock“ und „Entsetzen“: Antje Wilton erläutert die Inszenierung des Unerwarteten als Legitimationsstrategie, um zu ergreifende Maßnahmen als dringlich, geboten und/oder alternativlos darzustellen und zugleich eine differenzierte Auseinandersetzung zu unterbinden.

„Künstliche Intelligenz“: Notbremse, Trump, Bundestag

„Notbremse“ bei KI-Gefahr? Keine „Künstliche Intelligenz“ in Bundestagsreden? Und Trump benennt „KI“ in „Superintelligenz“ um.

„Hybrid“ – Diffuse Gefahr im Anstrich fachsprachlicher Präzision

Vor allem in den letzten Monaten und im Kontext des Russland-Ukraine-Krieges steht in der öffentlichen Debatte die „hybride Bedrohung“ im Fokus.

„Clan“

Versuche, politische Gegner durch Behauptung von „Nähe zu“ Kriminellen in Misskredit zu bringen, haben eine lange Tradition.

„Antisemitismus“ / „Antisemit“

Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt hat den Ausdruck „Antisemitismus“ (bzw. „antisemitisch“ und „Antisemit“) zum Gegenstand von Deutungskämpfen gemacht. Dabei konkurrieren Versuche, den Ausdruck fachlich zu definieren, mit Versuchen politischer Instrumentalisierung.

„kapitalgedeckt“ – Eine Perle der Finanz-Propaganda

Ungeachtet der Finanzkrise 2008 und regelmäßiger „Finanzskandale“ wie „Cum-Ex“, Wirecard und ähnlichen, wird im politischen Raum, angeblich wegen, tatsächlich aber z u r Schwächung der staatlichen Sicherungssysteme verstärkt auf private Vorsorge gesetzt.

Tagung 2027: Politisches Lobbying

Sprache und Lobbyismus- Strategische Kommunikation in Politik und Medien Tagung der Forschungsgruppe Diskursmonitor Tagung: 10. und 11. Juni 2027  |  Ort: Universität Siegen [Map]Kontakt: Prof. Dr. Friedemann Vogel, Joline Schmallenbach Call for Papers: 31.10.2026...
Totalverweigerer Artikelkopf, Agentur für Arbeit

Der Totalverweigerer – Anmerkungen zu einer Diskursfigur der Feindbildproduktion im Sicherheits- und Sozialdiskurs

Die Bezeichnung Totalverweigerer wurde ursprünglich in den späten 70er Jahren im Rahmen der Auseinandersetzungen um die Inanspruchnahme des Rechtes auf Kriegsdienstverweigerung nach § 4.3 GG verwendet. Mit diesem Ausdruck wurden junge Männer stigmatisiert, die nicht nur den Wehrdienst, sondern auch den (längeren) zivilen „Ersatzdienst“ (später „Zivildienst“) verweigerten und damit, wie auch nicht-anerkannte Kriegsdienstverweigerer, Haftstrafen riskierten…

Memes als moderne Propaganda – Eine sprach- und medienkritische Untersuchung

Digitale Kommunikationsformen prägen heutige gesellschaftliche Debatten weitaus stärker als die klassischen Medien. Ihr Einfluss auf die politische Meinungsbildung und die Ausbildung ideologischer Positionen ist inzwischen unverkennbar und zählt zu den markantesten Entwicklungen der digitalen Gegenwart. Besonders hervorzuheben sind Memes: Sie verbreiten sich schnell, arbeiten mit humoristischen Mitteln und verdichten komplexe Inhalte auf ein Minimum an Zeichen. In öffentlichen Diskursen werden sie daher nicht mehr als spielerisches Internetphänomen betrachtet, sondern als ernstzunehmendes Instrument politischer Kommunikation und den damit einhergehenden propagandistischen Strategien.

Zeitalter der Polykrisen – Was sagt die Polykrise über die Gegenwart und Zukunft?

Beim Durchscrollen der Tagesschlagzeilen ist einem in den letzten Jahr wahrscheinlich der Ausdruck Polykrise ins Blickfeld geraten. Solche Schlagzeilen in deutschsprachigen Medien lauten beispielsweise (1) „Klimawandel, Krieg in der Ukraine, Abstiegsängste – die Welt ist aus den Fugen geraten: Drei Bücher zeigen Wege aus der Polykrise“ (Friedl 2026); (2) „Kritische Psychotherapie: Psychotherapie in der Polykrise“ (Dicks 2026); (3) „Optimismus in der Polykrise“ (Kolev 2025); (4) „Was tun gegen die …

Mit dem Diskursmonitor assoziierte Projekte:

Forschungsgruppe
Diskursmonitor und Diskursintervention