Der Diskursmonitor ist eine gemeinschaftlich erarbeitete Online-Plattform zur Aufklärung und Dokumentation von strategischer Kommunikation.

Sie finden hier fachlich fundierte Informationen zu der Frage, wie mit Sprache, Bildern und Medien politische Interessen verfolgt werden: das Glossar erläutert und illustriert wichtige Begriffe aus Praxis und Forschung; das Review und das Barometer geben Einblicke in die aktuelle Diskursgroßwetterlage in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen; die Werkstatt bietet Handreichungen für die Praxis.

Der Diskursmonitor ist noch im Aufbau. Wir freuen uns über Fragen, Hinweise und Interesse an Mitarbeit oder Kooperation.

Glossar

Lexikon zur strategischen Kommunikation und Diskursforschung

Review

Berichte & Analysen von Expert*innen zu Diskursen

Barometer

Statistisches Live-Monitoring aktueller Entwicklungen

Frag-den-DiMo

Professioneller Rat zur strategischen Kommunikation

Werkstatt

Materialien für die Praxis
(In Vorbereitung)

Aus dem Glossar

Das DiskursGlossar ist ein Online-Lexikon zur strategischen Kommunikation. Auf Basis aktueller Forschung bietet es kompakte und anschauliche Informationen zu Phänomenen diskursiver Kämpfe, wie wir sie in Medien, Politik, Recht und Zivilgesellschaft beobachten können.

Das Glossar soll dazu beitragen, kommunikative Strategien in der öffentlichen Praxis besser zu erkennen, zu bezeichnen und zu kritisieren.

Geschlechtergerechte Sprache

Mit dem heute als Fahnenwort gebrauchten Ausdruck geschlechtergerechte Sprache ist die Forderung verbunden, bei Personenbezeichnungen die einseitige, für diskriminierend erklärte Bezugnahme auf einen bestimmten Sexus, konkret: auf das männliche Geschlecht, zu unterlassen.

Guerillakommunikation

Guerillakommunikation steht für die Beobachtung, dass es Formen der Kommunikation gibt, die von normalen bzw. als normal geltenden Kommunikationsformen abweichen und mit diesen in Konflikt stehen. Die Markierung als Guerillakommunikation (von span. guerrilla = Kleinkrieg) verweist dabei auf asymmetrische Konflikte, die aus einer unterlegenen Position heraus kommunikativ ausgetragen werden.

Kalkulierter Verfassungsverstoß

« Zurück zur ArtikelübersichtKalkulierter Verfassungsverstoß Kategorie: TechnikenVerwandte Ausdrücke: ...Siehe auch: ...Autor: Thomas-Michael SeibertVersion: 1.0 / Datum: ...Inhaltsübersicht Kurzzusammenfassung Erweiterte Begriffserklärung Beispiele Literatur...

Greenwashing

Unternehmen, Regierungen, Parteien oder Organisationen bedienen sich verschiedener Praktiken, um ihr Handeln in der Öffentlichkeit ökologischer und nachhaltiger darzustellen, als es tatsächlich ist.

Euphemismus

Der Ausdruck Euphemisierung ist eine sprachliche Strategie, die den Einsatz von sprachlichen Mitteln mit verhüllender, verschleiernder, beschönigender, abschwächender Funktion im öffentlichen Sprachgebrauch meint.

Verschwörungstheorie

Der Ausdruck gibt sich in der medialen Öffentlichkeit als analytisches Konzept, ist aber zugleich performativ hoch wirksam als Ausschluss aller erfolgreich so benannten Konzepte aus der rationalen öffentlichen Kommunikation.

Propaganda

Propaganda als Kommunikationstechnik und -praxis umfasst eine Vielzahl von sprachlichen und visuellen, meist mediengestützten Formen der gezielten Beeinflussung und Steuerung des Denkens, Fühlens und Handelns von Menschen.

Inklusion

Inklusion hat sich, ausgehend von einem soziologischen Fachterminus gleichen Namens, in den zwei vergangenen Jahrzehnten zu einem interdiskursiven und allgemeinen Programmbegriff gewandelt.

Elite

Einmal wird unter Elite eine Auswahl der Besten und Leistungsfähigsten verstanden, einmal in distanzierender Weise eine abgehobene ‚Kaste‘ der Reichen und Mächtigen im Gegensatz zum Volk. Erstere Variante wird in der Regel zur Verteidigung der etablierten Ordnung verwendet, letztere vor allem von Rechtspopulisten.

Innovation

Innovation gehört seit den 60er Jahren zu den häufig verwendeten Schlag– bzw. Fahnenwörtern, vor allem in den Feldern von Ökonomie und Politik. Konzepte und Vorhaben mit der Überschrift Innovation werden oft als Sachzwänge dargestellt, gegen die Einwände als nicht legitim erscheinen.

Review

Vertiefende Berichte und Analysen von Expert*innen zu diskursiven Ereignissen finden Sie in der DiskursReview.

Beitragsreihe zur „Corona-Krise“
» Zu den Beiträgen

Workshop: „Diskursintervention“ – Normativer Maßstab der Kritik und praktische Perspektiven zur Kultivierung öffentlicher Diskurse (2019)
» Zu den Beiträgen

 

Review-Rückblick

In dieser Rubrik veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen kurze Notizen zu Ereignissen oder Phänomenen, die in den vergangenen Wochen in der strategischen und öffentlichen Kommunikation zu beobachten waren. Die Texte kommentieren subjektiv, unsystematisch, teils widersprüchlich und hoffentlich pointiert. Sie erheben keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, beobachten ihren Gegenstand aber von einer diskursanalytischen und -interventionistischen Position aus und sollen zum Widerspruch einladen. Sie repräsentieren nicht die Position der Redaktion des Diskursmonitors, sondern ihrer jeweiligen Autorinnen und Autoren.

Rasse, Rassismus

1) Zu Beginn drei exemplarische Medienereignisse aus der jüngsten Vergangenheit, in denen es um den Komplex Rasse, Rassismus ging…

„Silent Hotspots“ Über wissenschaftliche Studien und strategische Kommunikation in der Corona-Pandemie

Vor wenigen Wochen rief Bundesministerin Anja Karliczek via FAZ-Interview Wissenschaftler*innen dazu auf: „Stürzt euch in den Meinungsstreit“, denn „[a]uch unsere Debatten leiden zunehmend unter Falschinformationen – die zum Teil ganz gezielt verbreitet werden“.[1] Dabei zeichnete sie ein recht monolithisches Bild von der „Wissenschaft“…

Freund-Feind-Begriffe: Zum diskurssemantischen Feld soziopolitischer Kollektivierung

Mit jeder sprachlichen Äußerung (und das schließt das Nicht-Äußern mit ein) positioniert sich der Sprecher oder Schreiber sowohl innerhalb eines von ihm intersubjektiv (re)konstruierten als auch eines objektiven (d.h. objektivierbaren) diskursiven Raum sozialer Gruppen. Möglich ist dies nur aufgrund der sozialsymbolischen (indexikalischen) Bedeutung kommunikativer Zeichen im Bühlerschen Sinne…

PR, Punk oder Provinz: Wie Corona-Forschung die Öffentlichkeit (nicht) erregt.

Jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten, neue Zahlen, neue Grafiken zur laufenden Corona-Pandemie. Wer erinnert sich da noch daran, was vor zwei oder drei Monaten oder vor einer Woche öffentlich diskutiert wurde? Vielleicht sind nur zwei Debatten wirklich in unserem öffentlichen Gedächtnis hängen geblieben, unter anderem, weil sie es zu eigenen Twitter-Hashtags gebracht haben: #HeinsbergProtokoll und #IchHabeBesseresZuTun…

Systemrelevant! – Zum politischen Gebrauch eines neu(er)en Schlagwortes in der öffentlichen Kommunikation

Das Adjektiv systemrelevant wird verwendet, um eine Sache als wichtig für ein System auszuweisen. Meist soll durch den Ausdruck darüberhinausgehend festgestellt werden, dass der Fortbestand des Systems ohne die mit ihm markierte Sache nicht möglich oder jedenfalls gefährdet ist. Mit diesen allgemeinen lexikalischen Bedeutungsbeschreibungen ist jedoch noch nicht viel gewonnen…

Thesen zur politischen Sprache und (strategischen) Kommunikation im Pandemie-Krisendiskurs

Die gesellschaftlichen Veränderungen infolge der Corona-Pandemie haben sich auch auf die Sprache und Kommunikation des Alltags niedergeschlagen. Wie nicht nur sprachwissenschaftliche, sondern auch feuilletonistische Kurzbeiträge konstatieren, sind neue Wörter, Wendungen und Symbole entstanden…

New Normal / Neue Normalität

DiskursReview | Beitragsreihe zur Corona-KriseNew Normal / Neue Normalität Autor: Clemens KnoblochVersion: 1.0 / 25.06.20201) Die Diskursgeschichte dieses Ausdrucks beginnt im zeitlichen Umkreis der Finanzkrise von 2008ff, und sie beginnt auch in der Finanzsphäre. New...

Corona und Klimawandel: Irrwege (in) und Auswege (aus) der Verknüpfung von zwei Krisen – Einige strategische Überlegungen zur diskursiven Unterstützung nachhaltiger Konzepte

Vergleiche und Analogiebildungen zwischen der Corona-Krise und der Klimakrise haben im Moment Hochkonjunktur, sowohl in der Medienberichterstattung und in politischen Kontexten als auch in privaten Gesprächen (siehe exemplarisch dazu den Beitrag von Luisa Neubauer in mobil.stern.de vom 3. April 2020). Dagegen ist auch prinzipiell nichts einzuwenden, denn Vergleiche und Analogien sind ein grundlegendes Mittel, um sich die Welt zu erklären. Allerdings…

Anmerkungen zum Ausnahme- und Notstandsdiskurs in der „Corona-Krise“

Jede große gesellschaftlich-politische Denormalisierung braucht einen Zurechnungspunkt, eine anerkannte Ursache. Wenn dieser Zurechnungspunkt erfolgreich etabliert ist, kann man ihn zur Begründung und Legitimation weitgehender Entrechtungen und Notstandsmaßnahmen machen. Noch nie in der Geschichte ist eine Viruspandemie als Motiv für weltweite Notstandsmaßnahmen in Anspruch genommen worden…

Barometer

Das DiskursBarometer erfasst und analysiert täglich mehrere Tausend Texte, die in öffentlich zugänglichen Online-Portalen publiziert werden (Presse, Agenturmeldungen, Blogs etc.). Darauf werden verschiedene Analysen automatisch angewendet. » Eine Übersicht aller Analysen finden Sie hier. Zudem entwickeln wir neue Verfahren, wie z. B. die folgenden Diskursmetriken:

Spekulationsindex

Der Spekulationsindex durchsucht unser Textkorpus auf Basis von Adverbien darauf hin, wie häufig sich am gestrigen Tag Autor*innen spekulativ-vermutend über die Welt geäußert haben.

Kontroversitätsindex

Diese Metrik versucht zu erfassen, wie häufig im LIVE-Korpus des Vortags widerstreitende Perspektiven auf die Welt – also semantische Kämpfe – zum Ausdruck kommen.

Ungewissheitsindex

Der Gewissheitsindex gibt an, wie groß das Bedürfnis im Diskurs ist, den Geltungsstatus einer Äußerung über die Welt explizit zu machen.

Gegenstand und Ziel des Diskursmonitors

Der Diskursmonitor ist ein disziplinenübergreifendes, webbasiertes Informations- und Dokumentationsportal zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Das Portal richtet sich nicht nur an die Fachcommunity der Diskursforschung sowie verwandter Fachbereiche (etwa Sozial- und Kulturwissenschaften), sondern vor allem auch an Praktiker*innen aus Politik, Medien, Bildung, Justiz und Zivilgesellschaft. Der Diskursmonitor will einen Beitrag leisten zur kommunikativen ‚Waffengleichheit‘ unter streitenden Interessensgruppen im politischen Diskurs, indem er unbemerkte Diskurstrukturen und kommunikative Strategien sichtbar(er) macht.
»Zum Gesamtkonzept | »Zum Team


Forschungsgruppe
Diskursmonitor und Diskursintervention

Koordinator:
Prof. Dr. Friedemann Vogel
Universität Siegen