DiskursGlossar

Topos der düsteren Zukunftsprognose

Kategorie: Techniken
Verwandte Ausdrücke: Dystopie, Dystopiesierung, Schreckens-, Bedrohungs-, Zukunftsszenario
Siehe auch: Krise, Topos, Be-/Überlastungs-Topos, Autoritäts-Topos, Analogie-Topos
Autor/in: Hauke Peters und Svenja Gorzel
Version: 1.0 / Datum: 04.04.2024

Kurzzusammenfassung

Der Topos der düsteren Zukunftsprognose beschreibt ein Argumentationsmuster, bei dem eine negative, dystopische Zukunft prognostiziert wird. Dabei wird auf die drohenden Folgen einer Krise oder einer allgemeinen Gefahr verwiesen, aus der eine negative Zukunft bei falschem Handeln resultieren wird. David Römer paraphrasiert den kontextspezifischen Topos folgendermaßen:

Weil die zukünftige Lage ausgesprochen schlecht sein wird, muss dringend etwas Bestimmtes getan werden (um noch Schlimmeres zu verhüten) (Römer 2017: 126).

Das Bedrohungsszenario zielt darauf ab, Angst bzw. Zukunftsängste zu konstruieren und Handlungs- oder Entscheidungsdruck aufzubauen. Auf dieser Grundlage erfolgt dann der Legitimationsversuch, meist präventiv angelegter, politischer Handlungsempfehlungen. Von diesen wird behauptet, die prognostizierte ‚düstere Zukunft‘ zu verhindern. Würden diese Handlungsaufforderungen nicht umgesetzt, folge (so die topische Implikation) zwangsläufig die prognostizierte düstere Zukunft.

Erweiterte Begriffsklärung

Topoi sind Argumentationsmuster, die auf gemeinsamen, kollektiven Wissensbeständen basieren und Adressaten durch Alltagslogik und Plausibilität überzeugen sollen (vgl. Wengeler 2021). Der Topos der düsteren Zukunftsprognose beschreibt konkret ein Argumentationsmuster, bei dem die Argumentation auf behaupteten Folgen einer Krise oder gesellschaftlichen Unsicherheiten aufbaut und/oder auf allgemeine Gefahren für bevorstehende schlechte Zeiten hinweist. Dabei zielen die implizit im Argument verankerten Positionen oder Einstellungen darauf ab, zunächst Ängste vor dem prognostizierten Schreckensszenario zu schüren und darauf aufbauend spezifische Lösungsansätze nicht nur als dringend erforderlich, sondern auch als alternativlos darzustellen, um so die Zustimmung der Adressaten nahezu zu erzwingen. Mit anderen Worten: Das Bedrohungsszenario zielt darauf ab, Zukunftsängste zu evozieren und Handlungs- oder Entscheidungsdruck aufzubauen. Auf dieser Grundlage erfolgt dann eine Legitimation verschiedenster, meist als ‚präventiv‘ behaupteter, politischer Handlungen, die der Verhinderung der prognostizierten düsteren Zukunft dienen sollen. Werden diese Handlungsaufforderungen nicht umgesetzt, folgt (nach dem Topos) beinahe zwangsläufig die prognostizierte düstere Zukunft oder Schlimmeres. Dieser Schluss von Ursache und Wirkung entspricht dem kontextabstrakten Topos des Konsequenz-Topos, dem wiederum der Topos der düsteren Zukunftsprognose als kontextspezifischer Topos zugeordnet werden kann. Als kontextspezifischer Topos ergibt sich die inhaltliche Fülle des Topos somit aus der kontextabhängigen Verwendung in bestimmten Themenfeldern. Umfassend untersucht wurde der Topos unter anderem von David Römer in seiner Arbeit zur linguistischen Diskursgeschichte von Wirtschaftskrisen (vgl. Römer 2017) oder von Milena Belosevic im Kontext ihrer Arbeit zu sogenannten Flüchtlingskrisen (vgl. Belosevic 2021).

Zentraler Aspekt für das Gelingen des Topos, und daraus folgend die Legitimation der politischen Maßnahme, ist der Prognosemodus und die beinhaltete Angstkonstruktion, die mit der Prognostizierung der düsteren Zukunft vorgenommen wird. Der Topos basiert somit auf der Antizipation von kollektiven Ängsten. Christopher Georgi beschreibt dies mit dem Begriff der Angstkultur und verdeutlicht, dass Angst keine anthropologische Konstante sei, sondern als eine Konstruktion durch Äußerungen von Wissen, Vorstellungen oder Konzeptualisierung in der jeweiligen Kultur gebildet werde. Für die Konstruktion von Angst bedeute dies, dass sie sowohl diachron als auch in Abhängigkeit von verschiedenen Sprachen und Kulturen variieren könne (vgl. Georgi 2021: 222 f.). Filatkina und Bergmann (2017) führen zusätzlich das Merkmal der Multimodalität der Konstruktion an, so erfolge die Angstkonstruktion nicht nur auf der verbalen Ebene, sondern auch durch grafische Mittel, Typografie oder Textstrukturen. Zuletzt müsse zwischen explizit benannter und implizit gemeinter Angst unterschieden werden (vgl. Filatkina/Bergmann 2021: 9 f.). Auf Basis dieser Grundlagen unterteilen Filatkina und Bergmann die Konstruktion von Angst in drei verschiedenen sprachlichen Mechanismen: die lexikalisch-semantischen, die morpho-syntaktischen und die textuellen und (vgl. Filatkina/Bergmann 2021: 10 ff.):

    • Die lexikalisch-semantischen Mechanismen umfassen die Wörter, die den Wortschatz der ‚Angst‘ bilden. Dieser beinhaltet jene Wörter, die die Emotion der Angst benennen und darstellen. In Bezug auf das Lexem Zukunftsangst konnte festgestellt werden, dass es vor allem im Zusammenhang mit finanziellen Krisen, Arbeitslosigkeit und der Politik verwendet wird (Filatkina/Bergmann 2021: 11 f.)
    • In Bezug auf morphosyntaktische Mechanismen zeigt sich, dass ‚Angst‘ auffällig oft zusammen mit Verbalphrasen und Nominalphrasen beschrieben wird. Dabei werden Verben verwendet, die dynamische Vorgänge beschreiben und keinen Kulminations- oder Endpunkt voraussetzen (treiben, herrschen, sich ausbreiten, grassieren, plagen, peinigen) bzw. graduelle Änderungen versprachlichen (wachsen, zunehmen)“ (Filatkina/Bergmann 2021: 13). Das Verwenden von Verbalphrasen ohne Kulminations- oder Endpunkt unterstützt die Angstkonstruktion zusätzlich, da die zukunftsbezogene Angstkonstruktion größeres Potenzial bietet, umso abstrakter und weiter entfernt die Zukunft liegt. Bei der Verwendung von Nominalphrasen handelt es sich vor allem um dramatisierende und übertreibende Aufzählungen schlimmer Ereignisse wie Kriege, Umweltkatastrophen oder Wirtschaftskrisen.
    • Bei den textuellen und diskursiven Mechanismen stehen vor allem Metaphern und Bezüge zu anderen Topoi im Mittelpunkt. Im Migrationsdiskurs ist es unter anderem die Metapher der Flüchtlingskrise als Naturkatastrophe, die Ängste bei den Rezipient*innen erzeugen soll:

      „Flüchtlinge sind Wasser- und Schneemassen. Eine Flüchtlingswelle hat uns 2015 überrollt, kann kaum bewältigt, muss gestoppt werden. Berichtet wird vom Flüchtlingsandrang, Zustrom von Migranten oder einer Lawine. Eine Flüchtlingsflut oder die Flüchtlingsströme werden nur langsam abebben.“ (Filatkina/Bergmann 2021: 17)

Allgemein können eine Vielzahl an unterschiedlichen Metaphern ausgemacht werden, die sich allesamt durch ihren dramatisierenden Charakter auszeichnen (am Abgrund stehen oder Stagnation) und darüber hinaus verdeutlichen, dass die gezeichnete Krise mit dem Handeln von Akteuren zusammenhängt (Lähmung oder Atem erstickend).

Neben den Metaphern können auch andere Topoi herangezogen werden, die dazu dienen, den Topos der düsteren Zukunftsprognose zu stützen. Oft belegt sind der Singularitäts- (eine Katastrophe noch nie dagewesenen Ausmaßes) oder der Autoritäts-Topos (haben Forscher festgestellt). Wird die düstere Zukunftsprognose so sehr gesteigert, dass zum Schluss ein Endpunkt beschrieben wird, kann zusätzlich der Endpunkt-Topos festgestellt werden (das Ende der Demokratie… oder Zeitenende). Im Fall des Migrationsdiskurses führt der durch das Bedrohungsszenario entstandene Handlungsdruck zu einer Diskussion, die zwischen dem optimistischen „Wir schaffen das!“-Topos und dem skeptischen „(Wie) Können wir das schaffen?“ in der Form des Überlastungs-Topos stattfindet (Filatkina/Bergmann 2021: 18).

Um den Topos der düsteren Zukunftsprognose wirksam zu begegnen, kann zunächst an der Gültigkeit der prognostizierten düsteren Zukunft angesetzt werden. Dies erfordert eine Analyse und Reflexion der zugrundeliegenden Prämissen sowie die Erörterung von alternativen Szenarien und Perspektiven, die eine nuancierte Sicht auf die prognostizierte Entwicklung bieten. Eine derartige Vorgehensweise kann es ermöglichen, die oftmals als alternativlos präsentierten Zukunftsvisionen zu relativieren und den Diskursraum für potenzielle Lösungsansätze zu erweitern. Zusätzlich ist es essenziell, insbesondere wenn die prognostizierte Krisensituation, wie etwa das Beispiel der Klimakrise, allgemeine Anerkennung findet und durch eine umfassende Datengrundlage gestützt wird, die Notwendigkeit und Wirksamkeit der geforderten Maßnahmen zu evaluieren. Dies schließt eine kritische Betrachtung der mit den vorgeschlagenen Interventionen assoziierten Interessen, Intentionen und Kontexte der involvierten Akteure ein. Durch diese doppelte Strategie kann nicht nur die Glaubwürdigkeit der düsteren Zukunftsprognosen hinterfragt, sondern ebenso die Legitimität und Wirksamkeit der avisierten Lösungsvorschläge umfassend evaluiert werden.

Beispiele

(1) „Armageddon“

Mit deutlichen Worten hat US-Präsident Joe Biden vor der Gefahr einer atomaren Konfrontation mit Russland gewarnt. Nach Drohungen aus dem Kreml sei die Gefahr einer Eskalation mit dramatischen Folgen so groß wie seit 60 Jahren nicht mehr, sagte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) laut mitreisenden Journalisten bei einem Auftritt in New York. Die Welt habe seit der Kubakrise im Jahr 1962 nicht vor der Aussicht auf ein »Armageddon« gestanden, so Biden. Die Nato muss nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten die Möglichkeit eines russischen Atomwaffeneinsatzes verhindern – notfalls mit Präventivschlägen. (Spiegel 2022)

Deutlich tritt der Topos der düsteren Zukunftsprognose in dem Beispiel hervor, in welchem der US-Präsident Joe Biden vor einem atomaren Krieg ausgehend von Russland warnt, dem laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj durch sogenannte Präventivschläge vorzubeugen sei (‚Angriff ist die beste Verteidigung‘).

Die Prämisse dieses Beispiels gründet auf der unmittelbaren Bedrohung einer Eskalation zwischen den USA und Russland, welche potenziell katastrophale Konsequenzen zur Folge haben könnte. Das handlungsleitende Konzept drückt sich in der Notwendigkeit aus, durch präventive Maßnahmen, einschließlich der Bereitschaft zu Präventivschlägen als letztes Mittel, einen möglichen atomaren Konflikt abzuwenden. Diese Strategie unterstreicht die Dringlichkeit der Situation und die entschlossene Haltung, um jeden Preis eine düstere Zukunft zu verhindern.

Auf der lexikalischen Ebene manifestiert sich der Topos mit Begriffen wie Armageddon und Eskalation durch einen speziellen Wortschatz der Angst, der eine starke emotionale Reaktion hervorruft und die Ernsthaftigkeit der Gefahr verdeutlicht. Die Warnung von US-Präsident Joe Biden, untermauert durch den Vergleich mit der Kubakrise, bildet sowohl den Autoritäts-Topos, der die Bedeutung der amtlichen Aussage hervorhebt, als auch den Analogie-Topos, der historische Parallelen zieht, ab.

(2) Überlastung der sozialen Infrastruktur

Das nachfolgende Zitat entstammt einem Interview von T-Online mit dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz:

Dieses Jahr sind so viele Menschen zu uns gekommen wie seit 2015 nicht mehr. In Deutschland leben nun mehr als 84 Millionen Menschen, mehr als je zuvor. Darauf ist die Infrastruktur dieses Landes schlicht nicht ausgerichtet. Deutschland nimmt sehr viele Menschen auf. Im europäischen Vergleich ist das soziale Netz, das wir spannen, aber auch sehr groß. Mit der zukünftig „Bürgergeld“ genannten Sozialleistung lohnt es sich auch für Zuwanderer häufig nicht mehr, eine einfache Tätigkeit aufzunehmen. Und genau das zieht die Menschen aus vielen Ländern erst richtig an, es schafft einen sogenannten Pull-Faktor. (T-Online 2022)

Merz befindet sich zum Zeitpunkt des Interviews in der Opposition zur regierenden Ampel-Koalition, was es bei seiner Argumentationsstrategie zu beachten gilt, da er sich somit in einer kritisierenden Position befindet und keine direkte Handlungsmacht ausüben kann. Obertitel und Titel des Interviews lauten Friedrich Merz über Flüchtlinge: Damit verschärft sich das Problem. Bereits der Titel weist den zu untersuchenden Topos auf, indem eine Verschärfung des sogenannten Problems prognostiziert wird. Im Laufe des Interviews ‚warnt‘ Merz vor geflüchteten Menschen und konstruiert so ein düsteres Bedrohungsszenario von ‚Menschenmassen‘, welche in Deutschland Sozialleistungen erhielten, keiner Arbeit nachgingen und somit mittelbar die deutsche Gesellschaft bedrohen würden.

Die Prämisse in diesem Beispiel ist die deutliche Zunahme der Zuwanderung nach Deutschland und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Infrastruktur und das Sozialsystem. Das von Merz vermittelte zentrale Anliegen ist die Notwendigkeit, die Migrations- und Sozialpolitik zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um die prognostizierten negativen Konsequenzen zu vermeiden. Lexikalisch erfolgt die Konstruktion des Topos durch Begriffe wie so viele Menschen, mehr als je zuvor, und Pull-Faktor, welche die Dringlichkeit der Situation und die potenzielle Überforderung der deutschen Infrastruktur und Gesellschaft hervorheben.

(3) Überlastung der medizinischen Infrastruktur

Der SPD-Abgeordnete und aktuelle Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist während der Coronapandemie dafür bekannt geworden, stets vor einem düsteren Pandemieszenario zu warnen und dadurch die Bevölkerung zur Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen zu bewegen. So warnte er bspw. vor steigenden Fallzahlen, Überlastungen der Kliniken und Krankenhäusern, vielen Todesfällen oder Long-Covid bei nicht Geimpften. Besonders deutlich trat die Warnung vor dieser düsteren Zukunft hervor, als Lauterbach vor dem Corona-Herbst warnte und somit argumentierte, die Pandemie sei noch nicht bekämpft und man dürfe nicht alle Maßnahmen fallen lassen.

Die Überschrift des Beispiel-Artikels lautet: Lauterbach warnt vor Corona-Herbst: ‚Es stehen schwierige Zeiten bevor‘. Weiter geht der Artikel folgendermaßen:

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Deutschen wegen steigender Fallzahlen auf einen schwierigen Corona-Herbst eingestimmt. Mit der Omikron-Subvariante BA.5 werde man zumindest am Anfang des Herbstes einen Anstieg der Fallzahlen erleben, sagte der SPD-Politiker der ‚Welt am Sonntag‘. „Es wird dann zu Ausfällen in den Betrieben und der kritischen Infrastruktur kommen, etwa in Krankenhäusern. Es stehen uns also schwierige Zeiten bevor.“ Dies sei besonders dann der Fall, wenn der Aufenthalt in Innenräumen wegen der kalten Temperaturen zur Regel werde. (RND 2022)

Literatur

Zum Weiterlesen

  • Römer, David (2017): Wirtschaftskrisen. Eine linguistische Diskursgeschichte. Berlin/Boston, S. 220–334

  • Belosevic, Milena (2021): Die Stimmung kippt (nicht von allein): Sprachliche Angstkonstruktion im Flüchtlingsdiskurs. In: Filatkina, Natalia; Bergmann, Franziska (Hrsg.): Angstkonstruktionen: Kulturwissenschaftliche Annäherungen an eine Zeitdiagnose. Berlin, Bonston: De Gruyter, S. 291–318.

Zitierte Literatur und Belege

  • Belosevic, Milena (2021): Die Stimmung kippt (nicht von allein): Sprachliche Angstkonstruktion im Flüchtlingsdiskurs. In: Filatkina, Natalia; Bergmann, Franziska (Hrsg.): Angstkonstruktionen: Kulturwissenschaftliche Annäherungen an eine Zeitdiagnose. Berlin, Boston: De Gruyter, S. 291–318.
  • Filatkina, Natalia; Bergmann, Franziska (2021): Angstkonstruktion: Interdisziplinäre Annäherungen an eine Zeitdiagnose und ein Versuch ihrer linguistischen und literaturwissenschaftlichen Präzisierung. In: Filatkina, Natalia; Bergmann, Franziska (Hrsg.): Angstkonstruktionen: Kulturwissenschaftliche Annäherungen an eine Zeitdiagnose. Berlin, Boston: De Gruyter, S. 1–30.
  • Georgi, Christopher (2021): Angstkonstruktionen zwischen „sinnvoller Vorsicht und sinnloser Panik“: Eine korpuspragmatische Studie zu Sprachgebrauchsmustern im Umfeld des Lexems Angst in Online-Zeitungen. In: Filatkina, Natalia; Bergmann, Franziska (Hrsg.): Angstkonstruktionen: Kulturwissenschaftliche Annäherungen an eine Zeitdiagnose. Berlin, Boston: De Gruyter, S. 219–264.
  • Römer, David (2017): Wirtschaftskrisen. Eine linguistische Diskursgeschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.

  • RND (2022): Lauterbach warnt vor Corona-Herbst: „Es stehen schwierige Zeiten bevor“. In: RND.de. Online unter: https://www.rnd.de/politik/karl-lauterbach-warnung-vor-corona-herbst-es-stehen-schwierige-zeiten-bevor-PFTRQWP5CQYKLCRRVRAEBBI4IA.html ; Zugriff: 03.04.2024.

  • Spiegel (2022): Biden warnt vor »Armageddon«. In: Spiegel.de. Online unter: https://www.spiegel.de/ausland/joe-biden-warnt-vor-armageddon-konfrontation-mit-russland-a-ffa0eead-9edf-4075-897e-30d3bb6af3dd ; Zugriff: 03.04.2024.

  • T-Online (2022): Friedrich Merz über Flüchtlinge „Damit verschärft sich das Problem“. In: t-online.de. Online unter: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100060980/ukraine-krieg-cdu-chef-friedrich-merz-warnt-vor-vielen-fluechtlingen.html ; Zugriff: 03.04.2024.

  • Wengeler, Martin (2003): Topos und Diskurs. Begründung einer argumentationsanalytischen Methode und ihre Anwendung auf den Migrationsdiskurs (1960–1985). Tübingen: Niemeyer.

  • Wengeler, Martin (2021): Topos. In: Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention (Hrsg.): Diskursmonitor. Glossar zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Online unter: https://diskursmonitor.de/glossar/topos ; Zugriff: 03.04.2024.

Zitiervorschlag

Peters, Hauke und Gorzel, Svenja (2024): Topos der düsteren Zukunftsprognose. In: Diskursmonitor. Glossar zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Hg. von der Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention. Veröffentlicht am 04.04.2024. Online unter: https://diskursmonitor.de/glossar/topos-der-duesteren-zukunftsprognose.

DiskursGlossar

Grundbegriffe

Begriffsgeschichte

Die Begriffsgeschichte lässt sich allgemein als eine historische Methode beschreiben, die den zeitlichen Wandel der Bedeutungen von bestimmten Ausdrücken untersucht. Da einzelne Worte nie isoliert begegnen und ihre jeweiligen Bedeutungen erst im Kontext größerer sprachlicher Zusammenhänge oder semantischer Felder greifbar werden, verbindet sie sich flexibel mit anderen Methoden historischer Semantik, wie etwa der Diskursgeschichte, der Argumentationsgeschichte oder der Metaphernforschung (Metaphorologie).

Diskurssemantische Verschiebung

Mit dem Begriff der diskurssemantischen Verschiebung wird in der Diskursforschung ein Wandel in der öffentlichen Sprache und Kommunikation verstanden, der auf mittel- oder län-gerfristige Veränderung des Denkens, Handelns und/oder Fühlens größerer Gesellschafts-gruppen hinweist.

Domäne

Der Begriff der Domäne ist aus der soziologisch orientierten Sprachforschung in die Diskursforschung übernommen worden. Hier wird der Begriff dafür verwendet, um Muster im Sprachgebrauch und kollektiven Denken von sozialen Gruppen nach situationsübergreifenden Tätigkeitsbereichen zu sortieren.

Positionieren

Positionieren ist Grundbestandteil menschlicher Kommunikation. Wann immer wir miteinander interagieren und kommunizieren, bringen wir uns selbst, andere und die Objekte, über die wir sprechen, in bestimmte Relationen zueinander.

Deutungsmuster

Unter einem Deutungsmuster wird die problem- und lösungsbezogene Interpretation gesellschaftlicher und politischer Tatbestände verstanden, die Aussicht auf Akzeptanz in sozialen Gruppen hat. Der Begriff des Deutungsmusters hat Ähnlichkeit mit den Begriffen der Theorie und Ideologie. Meist werden gesellschaftlich verbreitete Leitdeutungen, die oft mit Schlagwörtern und Argumentationsmustern einhergehen (wie Globalisierung, Kapitalismus, Leistungsgesellschaft, Chancengleichheit etc.) als Beispiele für Deutungsmuster genannt.

Sinnformel

‚Wer sind wir? Woher kommen, wo stehen und wohin gehen wir? Wozu leben wir?‘ Auf diese und ähnliche existentielle Fragen geben Sinnformeln kondensierte Antworten, die in privaten wie sozialen Situationen Halt und Argumenten in politischen und medialen Debatten einen sicheren Unterbau geben können.

Praktik

Eine Praktik ist ein spezifisches, situativ vollzogenes und sinnhaftes Bündel von körperlichen Verhaltensweisen, an dem mehrere Menschen und Dinge beteiligt sein können (z. B. Seufzen, um Frust auszudrücken, oder einen Beschwerdebrief schreiben, Fußballspielen).

Kontextualisieren

Kontextualisieren wird im allgemeineren bildungssprachlichen Begriffsgebrauch verwendet, um das Einordnen von etwas oder jemandem in einen bestimmten Zusammenhang zu bezeichnen.

Narrativ

Mit der diskursanalytischen Kategorie des Narrativs werden Vorstellungen von komplexen Denk- und Handlungsstrukturen erfasst. Narrative in diesem Sinne gehören wie Schlagwörter, Metaphern und Topoi zu den Grundkategorien der Analyse von Diskursen.

Argumentation

Argumentation bezeichnet jene sprachliche Tätigkeit, in der man sich mithilfe von Gründen darum bemüht, die Richtigkeit einer Antwort auf eine bestimmte Frage zu erweisen. Das kann in ganz verschiedenen Situationen und Bereichen nötig sein, namentlich um eine poli-tische, wissenschaftliche, rechtliche, unternehmerische oder private Angelegenheit zu klären.

Techniken

AI-Washing/KI-Washing

Unter AI-Washing ist die Praxis von Unternehmen oder Organisationen zu verstehen, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle mit dem Etikett „Künstliche Intelligenz“ (KI bzw. „Artificial Intelligence“ (AI)) zu versehen, obwohl deren tatsächlicher Einsatz von KI-Technologien entweder stark übertrieben, nur marginal vorhanden oder überhaupt nicht gegeben ist.

Dogwhistle

Unter Dogwhistle wird in Teilen der Forschung eine doppeldeutige Äußerung verstanden, die eine offene und eine verdeckte Botschaft an jeweils eine Zuhörerschaft kommuniziert.

Boykottaufruf

Der Boykottaufruf ist eine Maßnahme, die darauf abzielt, ein Ziel, also meist eine Verhaltensänderung des Boykottierten, hervorzurufen, indem zu einem Abbruch etwa der wirtschaftlichen oder sozialen Beziehungen zu diesem aufgefordert wird.

Tabuisieren

Das Wort Tabuisierung bezeichnet die Praxis, etwas Unerwünschtes, Anstößiges oder Peinliches unsichtbar zu machen oder als nicht akzeptabel zu markieren. Das Tabuisierte gilt dann moralisch als unsagbar, unzeigbar oder unmachbar.

Aus dem Zusammenhang reißen

Das Aus-dem-Zusammenhang-Reißen gehört in den Funktionskreis der Redewiedergabe bzw. der Wiedergabe kommunikativer Ereignisse. Es kann (1) als intentionale argumentativ-polemische Strategie für ganz unterschiedliche diskursive Zielsetzungen von Akteuren genutzt werden, oder (2) es kann SprecherInnen und SchreiberInnen in unbeabsichtigter, fehlerhafter Weise unterlaufen.

Lobbying

Lobbying ist eine Form strategischer Kommunikation, die sich primär an Akteure in der Politik richtet. Beim Lobbying wird ein Bündel von kommunikativen Tätigkeiten mit dem Ziel eingesetzt, die Entscheidungen von Personen mit politischem Mandat oder den Entstehungsprozess von neuen Gesetzestexten interessengeleitet zu beeinflussen.

Karten

Karten dienen dazu, Raumausschnitte im Hinblick auf ausgewählte Charakteristika so darzustellen, dass die Informationen unmittelbar in ihrem Zusammenhang erfasst und gut kommuniziert werden können. Dazu ist es notwendig, Daten und Darstellungsweisen auszuwählen und komplexe und oft umkämpfte Prozesse der Wirklichkeit in einfachen Darstellungen zu fixieren.

Pressemitteilung

Pressemitteilungen sind standardisierte Mitteilungen von Organisationen, die sich an Journalist:innen und andere Multiplikator:innen richten. Sie dienen der offiziellen und zitierfähigen Informationsweitergabe und übernehmen zugleich strategische Funktionen in der öffentlichen Kommunikation und Meinungssteuerung.

Shitstorm

Der Begriff Shitstorm beschreibt eine relativ junge Diskurskonstellation, die seit den 2010er Jahren an Bedeutung gewonnen hat und gemeinhin als Online-Wutausbruch bezeichnet wer-den kann.

Tarnschrift

Als Tarnschrift bezeichnet man unter den Bedingungen von Zensur und Verfolgungsrisiko veröffentliche Texte, die insbesondere in der strategischen Kommunikation des NS-Widerstands eine zentrale Rolle spielten.

Schlagwörter

Brückentechnologie

Ganz allgemein wird unter dem Schlagwort der Brückentechnologie sowohl in den öffentlichen Medien als auch in technisch und wirtschaftlich dominierten Kontexten eine Technologie verstanden, die zeitlich befristet eingesetzt werden soll, bevor in Zukunft der Übergang zu einer als sinnvoller eingeschätzten anderen Technologie möglich ist.

Deindustrialisierung

Der Ausdruck Deindustrialisierung (auch De-Industrialisierung oder als Verb deindustrialisieren) beschreibt im öffentlichen Sprachgebrauch eine negativ bewertete Form des Strukturwandels durch Rückgang von produzierendem Gewerbe.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als ein Schlagwort des öffentlichen Diskurses bezieht sich ganz allgemein auf einen ressourcenschonenderen Umgang mit dem, was uns Menschen der Planet Erde bietet, mit dem Ziel, dass auch nachfolgende Generationen noch die Möglichkeit haben, ähnlich gut zu leben wie wir heute (Generationengerechtigkeit).

Echokammer

Der Begriff der Echokammer steht in seiner heutigen Verwendung vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung Sozialer Medien. Er verweist metaphorisch auf einen digitalen Kommunikations- und Resonanzraum, in dem Mediennutzer*innen lediglich Inhalten begegnen, die ihre eigenen, bereits bestehenden Ansichten bestätigen, während abweichende Perspektiven und Meinungen ausgeblendet bzw. abgelehnt werden.

Relativieren

Der Ausdruck relativieren besitzt zwei zentrale Bedeutungsvarianten: In bildungssprachlichen und wissenschaftlichen Kontexten bezeichnet er eine analytische Praxis, bei der Aussagen, Begriffe oder Phänomene durch Bezugnahme auf andere Sachverhalte eingeordnet, differen-ziert und in ihrer Geltung präzisiert werden.

Massendemokratie

Geprägt wurde der Begriff Massendemokratie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts von völkisch-konservativen Akteuren (prominent darunter Carl Schmitt 1926). Der Ausdruck Masse hatte damals bei den bürgerlichen Eliten eine rundum bedrohliche Assoziation.

Social Bots

Als Social Bots werden Computerprogramme bezeichnet, die in der Lage sind, in sozialen Medien Kommunikation menschlicher Nutzer*innen (teilweise) automatisiert nachzuahmen.

Kriegsmüdigkeit

Der Ausdruck Kriegsmüdigkeit bezeichnet die emotionale und physische Erschöpfung von Menschen, die einen Krieg erleben, sowie die gesellschaftliche und politische Ermüdung angesichts langanhaltender Konflikte. Er beschreibt den sinkenden Kampfeswillen bei Kriegsparteien und heute wird er auch für das wachsende Desinteresse an Kriegsthemen in Medien und Öffentlichkeit genutzt.

Woke

Der Ausdruck woke stammt aus dem afroamerikanischen Englisch und bezeichnete dort zunächst den Bewusstseinszustand der Aufgeklärtheit über die Verbreitung von rassistischen Vorurteilen und Diskriminierung unter Angehörigen ethnischer Minderheiten.

Identität

Unter Identität versteht man allgemein die Summe von Merkmalen, die Individuen oder sozialen Kollektiven – etwa Nationen, Organisationen oder sozialen Gruppen – als charakteristisch oder gar als angeboren zugeordnet werden.

Verschiebungen

Dehumanisierung

Mit Dehumanisierung bzw. Anthropomorphisierung werden solche kommunikativen Techniken und Praktiken bezeichnet, die Personen, Sachverhalten oder Gegenständen menschliche Eigenschaften ab- bzw. zusprechen. Dehumanisierung und Anthropomorphisierung können sowohl durch sprachliche Mittel als auch durch andere, z. B. bildliche, Zeichen vollzogen werden.

Kriminalisierung

Kriminalität meint ein Verhalten, das gegen ein Gesetz verstößt. Folglich bedeutet Kriminalisierung im engeren Sinne den Vorgang, durch den Verhalten ungesetzlich gemacht wird – indem Gesetze geschaffen werden.

Versicherheitlichung

In akademischen Kontexten wird Versicherheitlichung in Abgrenzung zu einem naiv-realistischen Sicherheitsverständnis verwendet. Dieses betrachtet Sicherheit als einen universell erstrebenswerten und objektiv feststellbaren Zustand, dessen Abwesenheit auf das Handeln von Akteuren zurückzuführen ist, die feindselig, kriminell, unverantwortlich oder zumindest fahrlässig agieren.

Ökonomisierung

Ökonomisierung wird in gegenwärtigen Diskursen in der Regel zur Bezeichnung von Prozessen verwendet, in denen die spezifisch wirtschaftlichen Funktions-Elemente wie Markt, Wettbewerb/Konkurrenz, Kosten-Nutzen-Kalküle, Effizienz, Gewinnorientierung in Bereiche übertragen werden, die zuvor teilweise oder ganz nach anderen Leitkriterien ausgerichtet waren

Moralisierung

Moralisierung verlagert Macht- und Interessenkonflikte in die Sphäre der Kommunikation von Achtung / Missachtung. Sie reduziert Ambivalenz zugunsten einer Polarisierung von gut und böse.

Konstellationen

Krise

Krise ist vom Wort mit fachsprachlicher Bedeutung zur Zeitdiagnose und einem zentralen Begriff der öffentlich-politischen Kommunikation geworden. Der öffentlich-politische Krisenbegriff ist dabei – unabhängig vom Gegenstand der Krise – in eine krisendiskurstypische Konstellation zur Begründung von krisenüberwindenden Handlungen eingebettet.

Partizipatorischer Diskurs

Partizipation ist mittlerweile von der Forderung benachteiligter Personen und Gruppen nach mehr Beteiligung in der demokratischen Gesellschaft zu einem Begriff der Institutionen selbst geworden: Kein Programm, keine Bewilligung mehr, ohne dass bestimmte Gruppen oder Personen dazu aufgefordert werden, für (mehr) Partizipation zu sorgen.

Skandal

Die Diskurskonstellation des Skandals zeichnet sich durch eine in den Medien aufgegriffene (bzw. durch sie erst hervorgerufene) empörte Reaktion eines erheblichen Teils der Bevölkerung auf einen tatsächlichen oder vermeintlichen Missstand aus. Die schuldhafte Verursachung dieses Missstandes wird dabei einem gesellschaftlichen Akteur zugeschrieben, dessen Handeln als ‚unmoralisch‘ gedeutet wird.

DiskursReview

Review-Artikel

Beobachtung zum Begriff „Diplomatie“ beim Thema Ukraine im Europäischen Parlament

Von EU-Vertretern waren zur Ukraine seit 2022 vor allem Aussagen zu hören, die sich unter dem Motto „as long as it takes“ beziehungsweise „so lange wie nötig“ für die Erweiterung der militärischen Ausstattung und der Verlängerung des Krieges aussprachen. Vorschläge oder Vorstöße auf dem Gebiet der „Diplomatie“ im Sinne von ‚Verhandeln (mit Worten) zwischen Konfliktparteien‘ gab es dagegen wenige, obwohl die klare Mehrheit von Kriegen mit Diplomatie beendet wurden (vgl. z.B. Wallensteen 2015: 142)

Die Macht der Worte 4/4: So geht kultivierter Streit

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Die Macht der Worte 3/4: Sprachliche Denkschablonen

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Die Macht der Worte 2/4: Freund-Feind-Begriffe

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Die Macht der Worte 1/4: Wörter als Waffen

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Relativieren – kontextualisieren – differenzieren

Die drei Handlungsverben relativieren, kontextualisieren, differenzieren haben gemein, dass sie sowohl in Fachdiskursen als auch im mediopolitischen Interdiskurs gebraucht werden. In Fachdiskursen stehen sie unter anderem für Praktiken, die das Kerngeschäft wissenschaftlichen Arbeitens ausmachen: analytische Gegenstände miteinander in Beziehung zu setzen, einzuordnen, zu typisieren und zugleich Unterschiede zu erkennen und zu benennen.