
DiskursGlossar
Fake News
Kategorie: Schlagwörter
Verwandte Ausdrücke: Falschmeldung, Desinformation, Fälschung, Lüge, Manipulation
Siehe auch: Medien, Lügenpresse, Guerillakommunikation, Verschwörungstheorie, Berichterstattungsmuster, Wahlkampf
Autorin: Saskia Sell
Version: 1.0 / Datum: 30.03.2023
Kurzzusammenfassung
Fake News wird als Schlagwort im Kampf um Macht und Deutungshoheit in politischen Auseinandersetzungen verwendet, in denen sich die jeweiligen politischen Gegenspieler und ihre Anhänger wechselseitig der Lüge und der Verbreitung von Falschnachrichten zum Zweck der Manipulation der öffentlichen Meinung und der Bevölkerung bezichtigen. Auf der Ebene des Diskurses geschieht das unabhängig davon, ob tatsächlich und nachweislich gelogen wurde oder nicht – sprich auch wahrheitsgemäße Äußerungen können als Fake News diskreditiert werden. Sowohl das gezielte Streuen und Verbreiten von Fake News im oben genannten Sinne als auch der Vorwurf, eine Nachricht oder Äußerung der Gegenseite, die nicht zur eigenen politischen Agenda passt, sei Fake News, werden als Propagandastrategien eingesetzt. In manipulativer Weise wird der Vorwurf, eine Information sei ,Fake News‘, genutzt, um Deutungshoheit im Diskurs zu erlangen. Das Schlagwort selbst wird wiederholt gezielt eingesetzt, um Verwirrung zu stiften, Gegner als Lügner zu diffamieren und öffentliche (politische) Auseinandersetzungen von der Ebene der Sach- und Tatsachenbewertung auf die Ebene der strategisch-diskursiven Machtspiele zu heben.
Als Beschreibungsbegriff aus journalistischer wie kommunikationswissenschaftlicher Perspektive ist Fake News ein Anglizismus für in manipulativer Absicht verbreitete Falschnachrichten. Der Begriff wird beispielsweise im Kontext gezielter Desinformation über soziale Netzwerke bzw. Social Media verwendet. Neben der geäußerten Lüge – im Sinne von Täuschung, Irreführung, Fälschung – wird auch das ungeprüfte Weiterverbreiten von Gerüchten oder Halbwahrheiten unter dem oft weit gefassten und zum Teil schwammig verwendeten Begriff subsumiert. Ebenso werden Übertreibungen, unangemessene Skandalisierungen, Fehler oder Lücken in der medialen Berichterstattung als Fake News bezeichnet (vgl. Sell et al. 2021). Die Verbreitung von Fake News wird auch zur medialen Kriegsführung genutzt, um Gegner zu demoralisieren oder zu diskreditieren, oder um politische Partner, die eigene Bevölkerung und die eigenen Truppen davon zu überzeugen, auf der ‚richtigen‘ Seite kriegerischer Gewaltausübung zu stehen. Durch strategisches Fluten des öffentlichen Raums mit Fake News kann auch darauf hingewirkt werden, dass eine Unterscheidung von Wahrheit und Falschmeldungen nahezu unmöglich erscheint.
Erweiterte Begriffsklärung
Fake News ist ein Schlagwort im politischen Diskurs, andererseits wird der Begriff auch fachsprachlich verwendet, als Textklasse bzw. zur Bezeichnung der Praktik des Verbreitens von Desinformation, Lügen und Falschnachrichten im medienöffentlichen Raum. Beide Ebenen sind für die Diskursforschung relevant.
Forschung zur politischen Rede konnte zeigen, wie die Beschuldigung, Äußerungen seien Fake News, gezielt als rhetorische Strategie eingesetzt wird. Zum Teil als humoristisches Zwischenspiel, andererseits aber auch, um die eigene Position als die richtige und die der Gegenspieler – und dazu zählen auch kritische Journalistinnen und Journalisten – als falsch zu positionieren (vgl. u.a. Shrikant/Sierra 2022 in Auseinandersetzung mit den Pressekonferenzen des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump). Auch in Deutschland finden sich ähnliche Diskursmuster wie hier im Lager der Republikaner – vor allem in rechten oder rechtsextremen politischen Kontexten. Das Schlagwort Lügenpresse hat hier seit den 2000ern wieder verstärkt Einzug in den politischen Diskurs genommen (vgl. Probst 2018). Ob und inwieweit andere politische Lager sich diese Strategie ebenfalls zu eigen machen, wurde bisher nicht erforscht.
Neben dem politischen Schlagwort ist die tatsächliche Verbreitung von Fake News (Falschnachrichten, Desinformation, Lügen etc.) auch ein Thema für die Kommunikationswissenschaft. Digitale Medien, soziale Netzwerke oder auch Messenger-Dienste gelten aufgrund ihrer positiven Eigenschaften wie niederschwelliger Zugänglichkeit, hoher Übertragungsgeschwindigkeit und der Einfachheit, mit der von jedem Nutzer oder jeder Nutzerin Informationen veröffentlicht und breit geteilt werden können, als besonders anfällig. Diskursive Verzerrungseffekte, die unsere Wahrnehmung des Weltgeschehens mitprägen, werden begünstigt durch die gängigen Formate, mit denen hier kommuniziert wird. Verkürzte Darstellungen in Text, Bild und Ton, aus dem Kontext gerissene Zitate, eingängige Sharepics oder entsprechend der gewollten Aussage geschnittene Kurzclips können schnell verbreitet werden und, unterstützt durch in soziale Medien eingebundene Übersetzungstools, sprachraumübergreifend im Netz zirkulieren.
Falschmeldungen, die einmal in der Welt sind, sind trotz Einordnungs- und Korrekturversuchen von Akteuren, die sich auf Faktenprüfung spezialisiert haben, nur schwer wieder einzufangen. Auf den Faktencheck spezialisierte journalistische Redaktionen oder Experten im Bereich der digitalen Forensik können aus der Masse an Diskursfragmenten nur eine mehr oder weniger transparent getroffene Auswahl an Informationen prüfen. An eine ursprünglich geteilte, einfach dargestellte Information erinnert man sich eher als an ihre Korrektur und damit verbunden oft komplexere Einordnung, die meist über geringere Reichweite verfügt als das Original (vgl. Sängerlaub 2018). Auch können sich die sachlich formulierten Informationen einer Richtigstellung gegen die oft stark (negativ) emotionsgeladenen Fake News schlechter durchsetzen (vgl. Jaster/Lanius 2019). Für die Akzeptanz von Fake News seitens der Mediennutzer spielt auch der sogenannte ,Confirmation Bias‘ oder Bestätigungsfehler eine Rolle. In der Kognitionsforschung bezeichnet dieser die Tendenz zur Bestätigung der eigenen Erwartungen. Dazu passende Informationen werden höher gewertet und bleiben eher in Erinnerung als die den eigenen Erwartungen, Vorerfahrungen oder der eigenen bereits festgefügten Meinung widersprechenden Informationen. Ebenso werden Quellen für passende Informationen tendenziell bevorzugt und Quellen für als unpassend empfundene Informationen eher gemieden (vgl. Mercier 2017).
Auch wenn Fake News sich durch die heutigen Möglichkeiten der digital-vernetzten Kommunikation einfacher und schneller verbreiten lassen, ist das Phänomen an sich, bzw. sind die einzelnen Dimensionen dahinter – öffentliche Lügen, gestreute Gerüchte, manipulative Falschaussagen im Diskurs etc. – nicht neu. Sie lassen sich durch historische Quellenarbeit bis in die Politik der Antike zurückverfolgen, ins alte Ägypten oder zu den Intrigen und Rufmordkampagnen in Byzanz oder im Römischen Reich. Die Erfindung der Gutenberg-Druckerpresse als kommunikationstechnologische Innovation und zugleich Akteurin eines kommunikativen und kulturellen Wandels (vgl. Eisenstein 2013) ermöglichte, in Verbindung mit verbesserten Transportmöglichkeiten für Gedrucktes, bereits die Ausweitung und Beschleunigung der Verbreitung von Fake News. In der Frühen Neuzeit hat sich zudem erneut gezeigt, dass auch als Autoritäten geltende Akteure wie Priester oder Augenzeugen von Geschehnissen ihre zugeschriebene Glaubwürdigkeit und Authentizität strategisch genutzt haben, um Falschinformationen zu verbreiten. Kriege und Konflikte der Neuzeit, die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert oder auch der „Kalte Krieg“ (ein Begriff, der auf den US-amerikanischen Politikkommentator Walter Lippmann zurückzuführen ist) zeigten vielfach, wie Propagandisten sich Fake News-Strategien zunutze machten. Bei aller historischen Kontinuität haben wir es heute durch die Digitalisierung und mobile sowie soziale Medien, die potentiell globale Kommunikation in Echtzeit ermöglichen, mit einem erneuten Schub von Beschleunigung und Verdichtung von Kommunikation zu tun. Dieser bedingt die Verbreitung von Fake News zwar nicht, begünstigt ihre Zirkulation aber ebenso wie die Verbreitung verschiedener politischer Meinungen und wahrheitsgemäßer Informationen im öffentlichen Raum (vgl. Hanley/Munoriyarwa 2021).
Den Umgang mit all dem lernen wir, wenn überhaupt, derzeit nur langsam. Oft gehörte, an sich gut gemeinte und auch richtige Appelle wie prüfe Informationen, bevor du sie teilst, oder überprüfe deine Quellen und verlasse dich eher auf professionellen Journalismus und Faktenprüfer-Autoritäten als auf das, was in sozialen Netzwerken kursiert, kratzen im Grunde nur an der Oberfläche auf dem Weg zur Erweiterung unserer Sprach-, Informations- und Medienkompetenz. Die Nutzung von konkreten Tools zur Überprüfung von digitalen Informationen in Wort, Bild und Ton auch im Laiengebrauch kann uns da noch einen Schritt weiterhelfen (u.a. die KID-Toolbox der Deutschen Welle). Der Blick in die Geschichte zeigt aber, dass wir nie ohne Fake News leben werden. Wir können nur versuchen, uns allen Fälschungen, Manipulationen, Lügen und Gerüchten zum Trotz in der (mediatisierten) Welt so gut wie möglich zu orientieren und daran zu arbeiten, unsere Kommunikationskompetenzen zu verbessern. Auf der anderen Seite müssen Lügen, Manipulation und gezielte Desinformation als Formen von Fake News öffentlich enttarnt werden und es sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass diese auch im Kontext von politischen Auseinandersetzungen eingesetzt werden – ebenso wie der reflexhafte Vorwurf und die inflationäre Verwendung des Schlagworts Fake News im politischen und medialen Diskurs.
Beispiele
(1) Als ,Meister‘ der Fake News – sowohl im Sinne des Beschreibungsbegriffs als auch im Gebrauch des Schlagwortes selbst – gilt in der aktuellen US-amerikanischen Politik der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump. Die Washington Post hat seine öffentlichen Äußerungen dahingehend ausgewertet und kam zu dem Ergebnis, dass Trump selbst insgesamt 30.573 falsche oder irreführende Aussagen getätigt hat. Besonders umkämpfte Themen waren dabei Einwanderung, Außenpolitik, die Wahlen selbst, sowie das Coronavirus, der Außenhandel und die Wirtschaft (aufgearbeitet von Mathias Brandt für STATISTA [2021]). Auf der anderen Seite hat Trump laut Twitter Trump Archive in fast 900 Tweets missliebige Medien (u.a. Washington Post, CNN) als Fake News verunglimpft. Eine Strategie, die er auch bei Pressekonferenzen verfolgte (s.o.).
(2) Zu im Nachhinein bestätigten Fake News im Bereich von Politik und Kriegspropaganda fallen beispielsweise die Nachrichten, die von Politik und Medien im Vorfeld des Irakkriegs 2003 verbreitet wurden – hier insbesondere die Behauptung, Saddam Hussein verfüge über biologische und chemische Massenvernichtungswaffen, die auf gefälschten Geheimdienstinformationen basierte (aufgearbeitet u.a. von Matthias von Hein 2018 für die Deutsche Welle).
(3) Die Fake News-Zirkulation durch soziale Medien und Messenger-Dienste zeigt ein breites Spektrum an Falschinformationen. Neben gezielt manipulativen politischen Propagandainhalten oder einzelnen Behauptungen, aus denen sich Verschwörungstheorien speisen lassen, können darunter auch für wahr genommene und als ernsthafte Nachricht weiterverbreitete Satiremeldungen fallen, wie die, dass Facebook zur Qualitätssicherung Konten mit zu vielen Rechtschreibfehlern löschen würde (vgl. Der Postillion 2015). Wieder andere Fälle sind beispielsweise reißerische Falschmeldungen aus dem Gesundheitsbereich, wie die, dass Kokain gegen Corona helfen soll (vgl. FAZ 2020). Die bisherige Forschung und journalistische Auseinandersetzung mit dem Thema legt nahe, dass es aus jedem denkbaren Feld und zu jedem politischen Konfliktthema neben einer Vielzahl von relevanten und wahrheitsgemäßen Informationen im Netz auch Fake News, also Falschmeldungen, Lügen, Gerüchte, Halbwahrheiten und gezielt manipulative Desinformation gibt.
Literatur
Zum Weiterlesen
- Schicha, Christian; Stapf, Ingrid; Sell, Saskia (Hrsg.) (2021): Medien und Wahrheit. Medienethische Perspektiven auf Desinformation, Lügen und „Fake News“. Baden-Baden: Nomos.
- Zimdars, Melissa; McLeod, Kembrew (Hrsg.) (2020): Fake News: Understanding media and misinformation in the digital age. Cambridge: MIT Press.
Zitierte Literatur und Belege
- Brandt, Mathias (2021): Der Fake News-Präsident. Online unter: https://de.statista.com/infografik/24003/anzahl-der-falschen-oder-irrefuehrenden-aussagen-von-us-praesident-donald-trump/ ; Zugriff: 16.02.2023.
- Deutsche Welle (2018): Irak-Krieg: Am Anfang stand die Lüge. Deutsche Welle. Online unter: https://www.dw.com/de/irak-krieg-am-anfang-stand-die-l%C3%BCge/a-43279424 ; Zugriff: 28.11.2022.
- Der Postillion (2015): Qualitätsoffensive: Facebook löscht Profile mit zu vielen Rechtschreibfehlern. Der Postillion. Online unter: https://www.der-postillon.com/2015/07/qualitatsoffensive-facebook-loscht.html ; Zugriff 28.11.2022.
- Eisenstein, Elizabeth L. (2013): The printing press as an agent of change. Cambridge: Cambridge University Press.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung (2020): „Kokain gegen Covid-19“. Online unter: https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/digital/kokain-gegen-corona-verschwoerungstheorien-in-sozialen-netzwerken-16774578.html ; Zugriff 28.11.2022.
- Hanley, Monika; Munoriyarwa, Allen (2021): Fake News. Tracing the Genesis of a New Term and Old Practices. In: Balbi, Gabriele et al. (Hrsg.): Digital Roots. Historicizing Media and Communication Concepts of the Digital Age. Berlin; Boston: De Gruyter Oldenbourg, S. 157–176.
- Jaster, Romy; Lanius, David (2019): Die Wahrheit schafft sich ab. Wie Fake News Politik machen. Stuttgart: Reclam.
- Mercier, Hugo (2017): Confirmation bias – myside bias. In: Pohl, Rüdiger F. (Hrsg.): Cognitive Illusions: Intriguing phenomena in thinking, judgment and memory. London; New York: Routledge, S. 99–114.
- Probst, Maximilian (2018): Verschwörungstheorie „Lügenpresse“. Online unter: https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/wahre-welle/270428/verschwoerungstheorie-luegenpresse/ ; Zugriff: 16.02.2023.
- Sängerlaub, Alexander (2018): Feuerwehr ohne Wasser? Möglichkeiten und Grenzen des Fact-Checkings als Mittel gegen Desinformation. Stiftung Neue Verantwortung – Think Tank für die Gesellschaft im technologischen Wandel. Online unter: https://www.stiftung-nv.de/de/publikation/feuerwehr-ohne-wasser-moeglichkeiten-und-grenzen-des-fact-checkings-als-mittel-gegen ; Zugriff: 28.11.2022.
- Sell, Saskia et al. (2021): Zwischen Desinformation, Zeugenschaft und Glaubwürdigkeit: Medienethische Perspektiven auf Wahrheit im Kontext der Digitalisierung. In: Schicha, Christian; Stapf, Ingrid; Sell, Saskia (Hrsg.): Medien und Wahrheit. Medienethische Perspektiven auf Desinformation, Lügen und „Fake News“. Baden-Baden: Nomos, S. 9–24.
- Shrikant, Natasha; Sierra, Sylvia (2022): “Nasty Question” and “Fake News”: Metadiscourse as a Resource for Denying Accusations of Racism in Donald Trump’s Presidential Press Events. In: Howard Journal of Communications, Heft 2, Jg. 33, S. 119–139.
- KID-TOOLBOX: LEARN TO VERIFY. Deutsche Welle. Online unter: https://innovation.dw.com/kid-verification-toolbox/ ; Zugriff: 28.11.2022.
Zitiervorschlag
Sell, Saskia (2023): Fake News. In: Diskursmonitor. Glossar zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Hg. von der Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention. Veröffentlicht am 30.03.2023. Online unter: https://diskursmonitor.de/glossar/fake-news.
DiskursGlossar
Grundbegriffe
Akteur
Als Akteur oder Diskursakteur werden in der Diskursforschung meist Gruppen oder Grup-penstellvertreter verstanden, die mit kommunikativen Mitteln in der Öffentlichkeit versuchen, ihre Deutungen und Ressourcenansprüche gegen Rivalen durchzusetzen.
Diskursfigur
Diskursfiguren – wie der Held oder der Experte, das Genie, der Gefährder, Gutmensch, Nerd oder Psychopath – sind im medial-politischen Diskurs konstruierte und verbreitete Vorstellungen von Handlungsträgern, die stereotyp mit bestimmten Eigenschaften assoziiert werden. Sie erhalten durch musterhaften Sprachgebrauch, aber auch durch bildhafte Darstellungen eine kommunizierbare, wiedererkennbare Kontur.
Repräsentative Anekdote
Repräsentative Anekdote bezeichnet ein modellhaftes Kurznarrativ, das in Theorien, Weltanschauungen und komplexen Erklärungen selektiv reproduziert wird. So ist z.B. das „survival of the fittest“ (‚die Stärksten überleben‘) die repräsentative Anekdote, die in allen darwinistischen, sozialdarwinistischen und neodarwinistischen Theorien und Deutungsmustern als Modell dient und variabel ausgearbeitet wird.
Begriffsgeschichte
Die Begriffsgeschichte lässt sich allgemein als eine historische Methode beschreiben, die den zeitlichen Wandel der Bedeutungen von bestimmten Ausdrücken untersucht. Da einzelne Worte nie isoliert begegnen und ihre jeweiligen Bedeutungen erst im Kontext größerer sprachlicher Zusammenhänge oder semantischer Felder greifbar werden, verbindet sie sich flexibel mit anderen Methoden historischer Semantik, wie etwa der Diskursgeschichte, der Argumentationsgeschichte oder der Metaphernforschung (Metaphorologie).
Diskurssemantische Verschiebung
Mit dem Begriff der diskurssemantischen Verschiebung wird in der Diskursforschung ein Wandel in der öffentlichen Sprache und Kommunikation verstanden, der auf mittel- oder län-gerfristige Veränderung des Denkens, Handelns und/oder Fühlens größerer Gesellschafts-gruppen hinweist.
Domäne
Der Begriff der Domäne ist aus der soziologisch orientierten Sprachforschung in die Diskursforschung übernommen worden. Hier wird der Begriff dafür verwendet, um Muster im Sprachgebrauch und kollektiven Denken von sozialen Gruppen nach situationsübergreifenden Tätigkeitsbereichen zu sortieren.
Ideologie
Der Begriff Ideologie weist im Wesentlichen drei unterschiedliche Bedeutungen auf: Erstens kann er ein trügerisches, realitätsfernes oder dogmatisches Denken bezeichnen; so eignet er sich auch als Schlagwort bzw. politischer Kampfbegriff. Zweitens kann er auf eine sozial bedingte Weltanschauung oder ein umfassendes Ideen- und Wertesystem verweisen. Drittens kann mit Ideologie ein politisches Programm gemeint sein, welches Vorstellungen über gesellschaftliche Ordnung sowie Ziele für politisches Handeln beinhaltet.
Positionieren
Positionieren ist Grundbestandteil menschlicher Kommunikation. Wann immer wir miteinander interagieren und kommunizieren, bringen wir uns selbst, andere und die Objekte, über die wir sprechen, in bestimmte Relationen zueinander.
Deutungsmuster
Unter einem Deutungsmuster wird die problem- und lösungsbezogene Interpretation gesellschaftlicher und politischer Tatbestände verstanden, die Aussicht auf Akzeptanz in sozialen Gruppen hat. Der Begriff des Deutungsmusters hat Ähnlichkeit mit den Begriffen der Theorie und Ideologie. Meist werden gesellschaftlich verbreitete Leitdeutungen, die oft mit Schlagwörtern und Argumentationsmustern einhergehen (wie Globalisierung, Kapitalismus, Leistungsgesellschaft, Chancengleichheit etc.) als Beispiele für Deutungsmuster genannt.
Sinnformel
‚Wer sind wir? Woher kommen, wo stehen und wohin gehen wir? Wozu leben wir?‘ Auf diese und ähnliche existentielle Fragen geben Sinnformeln kondensierte Antworten, die in privaten wie sozialen Situationen Halt und Argumenten in politischen und medialen Debatten einen sicheren Unterbau geben können.
Techniken
Whataboutism
Whataboutism (auch Whataboutismus) bezeichnet zum einen eine rhetorische Praktik, zum anderen wird der Ausdruck als Schlagwort verwendet.
Als Praktik zielt Whataboutism darauf ab, von Kritik oder von einem unerwünschten Thema abzulenken – typischerweise durch einen Gegenverweis auf einen anderen Sachverhalt, einen anderen Akteur oder einen anderen Kontext. Dabei ist die Grenze zu legitimen Vergleichen und Rückfragen fließend und regelmäßig Gegenstand diskursiver Aushandlung.
Politische Rede
Politische Reden sind schriftlich konzipierte oder verfasste, mündlich und monologisch vorgetragene Texte mittlerer Länge von einigen Minuten bis zu mehr als einer Stunde. Der Vortrag muss durch eine Person erfolgen, die erkennbar in politisches Handeln eingebunden ist. Politische Rede soll sowohl informieren als auch die Meinungsbildung beeinflussen.
Korruption
Korruption wird zum einen als Fachbegriff (Recht, Wissenschaft) verwendet und verweist auf ein Gebiet des Strafrechts und damit auf einen Teil des gesellschaftlichen Normensystems, das Delikte in Kontaktzonen von Politik und Ökonomie definiert.
Beschriftete Waffen
Das Betexten von Waffen, speziell Projektilen wie Schleuderbleien, Kanonenkugeln oder Bomben, mit an die Feindgruppe gerichteten Botschaften (Sarkasmus, Beleidigungen, Todeswünsche u. ä.) ist eine Praktik, die sich bis in die römische Antike zurückverfolgen lässt. Sie dient der Identifikation der Eigengruppe (Truppe oder Gefolgsleute) mit dem Ziel, die Moral vor einem Kampfansatz zu heben (emotional-psychologische Bewältigungsstrategie) sowie Gelassenheit und Siegesgewissheit propagandistisch gegenüber der Eigen- und Fremdgruppe zu inszenieren.
Zitieren
Zitieren bezeichnet die Wiedergabe ausgewählter Text(teil)e in unterschiedlichen Kommunikationskontexten wie Alltag, Wissenschaft, Journalismus und Politik. Grundsätzlich kann Zitieren der möglichst wertneutralen Wiedergabe bzw. Verweisung auf fremde Aussagen dienen, aber auch zur strategischen Positionierung eingesetzt werden. Auch in wissenschaftlichen Texten erfüllt das Zitieren neben der formal korrekten Bezugnahme auf fremde Aussagen u.a. argumentationsstützende Funktionen.
AI-Washing/KI-Washing
Unter AI-Washing ist die Praxis von Unternehmen oder Organisationen zu verstehen, Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle mit dem Etikett „Künstliche Intelligenz“ (KI bzw. „Artificial Intelligence“ (AI)) zu versehen, obwohl deren tatsächlicher Einsatz von KI-Technologien entweder stark übertrieben, nur marginal vorhanden oder überhaupt nicht gegeben ist.
Dogwhistle
Unter Dogwhistle wird in Teilen der Forschung eine doppeldeutige Äußerung verstanden, die eine offene und eine verdeckte Botschaft an jeweils eine Zuhörerschaft kommuniziert.
Demonstrieren
« Zurück zur ArtikelübersichtDemonstrieren Kategorie: TechnikenVerwandte Ausdrücke: Auf die Straße gehen, Straßenprotest, Kundgebung, öffentliche Versammlung, Mahnwache, Menschenkette, Marsch, SitzblockadenSiehe auch: Protest, Politische Aktion, Politische Bildung,...
Boykottaufruf
Der Boykottaufruf ist eine Maßnahme, die darauf abzielt, ein Ziel, also meist eine Verhaltensänderung des Boykottierten, hervorzurufen, indem zu einem Abbruch etwa der wirtschaftlichen oder sozialen Beziehungen zu diesem aufgefordert wird.
Tabuisieren
Das Wort Tabuisierung bezeichnet die Praxis, etwas Unerwünschtes, Anstößiges oder Peinliches unsichtbar zu machen oder als nicht akzeptabel zu markieren. Das Tabuisierte gilt dann moralisch als unsagbar, unzeigbar oder unmachbar.
Schlagwörter
Meinungsfreiheit
Meinungsfreiheit ist ein positiv konnotiertes Schlagwort. Das im Schlagwort kondensierte Pro-gramm wird allgemein zustimmend propagiert oder eingefordert, ohne dass immer verdeutlicht wird, welche Ausgestaltung von Meinungsfreiheit zugrunde liegt. Aufgrund dieser allgemeinen Zu-stimmung kann Meinungsfreiheit als Hochwertwort kategorisiert werden: In der öffentlichen Debat-te gibt es keine wahrnehmbaren Stimmen, die sich gegen Meinungsfreiheit (in dieser unbestimm-ten Form) aussprechen.
Diversität / Vielfalt
Diversität/Vielfalt ist ein aus einschlägigen US-Diskursen der (frühen) 1980er und der 1990er Jahre importiertes Schlagwort und ein Topos, der ethnische, sexuelle und körperliche (Behinderung etc.) Verschiedenheit positiv und programmatisch als Ressourcen der Mehrheitsgesellschaft kodiert. Vielfalt als Chance dürfte der hierzulande häufigste Slogan des Diversitäts-Hypes sein. Qua Diversität werden identitätsrelevante Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Gruppen von Stigmata für Minderheiten zu Ressourcen für die Allgemeinheit umgedeutet.
Brückentechnologie
Ganz allgemein wird unter dem Schlagwort der Brückentechnologie sowohl in den öffentlichen Medien als auch in technisch und wirtschaftlich dominierten Kontexten eine Technologie verstanden, die zeitlich befristet eingesetzt werden soll, bevor in Zukunft der Übergang zu einer als sinnvoller eingeschätzten anderen Technologie möglich ist.
Deindustrialisierung
Der Ausdruck Deindustrialisierung (auch De-Industrialisierung oder als Verb deindustrialisieren) beschreibt im öffentlichen Sprachgebrauch eine negativ bewertete Form des Strukturwandels durch Rückgang von produzierendem Gewerbe.
Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit als ein Schlagwort des öffentlichen Diskurses bezieht sich ganz allgemein auf einen ressourcenschonenderen Umgang mit dem, was uns Menschen der Planet Erde bietet, mit dem Ziel, dass auch nachfolgende Generationen noch die Möglichkeit haben, ähnlich gut zu leben wie wir heute (Generationengerechtigkeit).
Echokammer
Der Begriff der Echokammer steht in seiner heutigen Verwendung vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung Sozialer Medien. Er verweist metaphorisch auf einen digitalen Kommunikations- und Resonanzraum, in dem Mediennutzer*innen lediglich Inhalten begegnen, die ihre eigenen, bereits bestehenden Ansichten bestätigen, während abweichende Perspektiven und Meinungen ausgeblendet bzw. abgelehnt werden.
Relativieren
Der Ausdruck relativieren besitzt zwei zentrale Bedeutungsvarianten: In bildungssprachlichen und wissenschaftlichen Kontexten bezeichnet er eine analytische Praxis, bei der Aussagen, Begriffe oder Phänomene durch Bezugnahme auf andere Sachverhalte eingeordnet, differen-ziert und in ihrer Geltung präzisiert werden.
Massendemokratie
Geprägt wurde der Begriff Massendemokratie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts von völkisch-konservativen Akteuren (prominent darunter Carl Schmitt 1926). Der Ausdruck Masse hatte damals bei den bürgerlichen Eliten eine rundum bedrohliche Assoziation.
Social Bots
Als Social Bots werden Computerprogramme bezeichnet, die in der Lage sind, in sozialen Medien Kommunikation menschlicher Nutzer*innen (teilweise) automatisiert nachzuahmen.
Kriegsmüdigkeit
Der Ausdruck Kriegsmüdigkeit bezeichnet die emotionale und physische Erschöpfung von Menschen, die einen Krieg erleben, sowie die gesellschaftliche und politische Ermüdung angesichts langanhaltender Konflikte. Er beschreibt den sinkenden Kampfeswillen bei Kriegsparteien und heute wird er auch für das wachsende Desinteresse an Kriegsthemen in Medien und Öffentlichkeit genutzt.
Verschiebungen
Dehumanisierung
Mit Dehumanisierung bzw. Anthropomorphisierung werden solche kommunikativen Techniken und Praktiken bezeichnet, die Personen, Sachverhalten oder Gegenständen menschliche Eigenschaften ab- bzw. zusprechen. Dehumanisierung und Anthropomorphisierung können sowohl durch sprachliche Mittel als auch durch andere, z. B. bildliche, Zeichen vollzogen werden.
Kriminalisierung
Kriminalität meint ein Verhalten, das gegen ein Gesetz verstößt. Folglich bedeutet Kriminalisierung im engeren Sinne den Vorgang, durch den Verhalten ungesetzlich gemacht wird – indem Gesetze geschaffen werden.
Versicherheitlichung
In akademischen Kontexten wird Versicherheitlichung in Abgrenzung zu einem naiv-realistischen Sicherheitsverständnis verwendet. Dieses betrachtet Sicherheit als einen universell erstrebenswerten und objektiv feststellbaren Zustand, dessen Abwesenheit auf das Handeln von Akteuren zurückzuführen ist, die feindselig, kriminell, unverantwortlich oder zumindest fahrlässig agieren.
Ökonomisierung
Ökonomisierung wird in gegenwärtigen Diskursen in der Regel zur Bezeichnung von Prozessen verwendet, in denen die spezifisch wirtschaftlichen Funktions-Elemente wie Markt, Wettbewerb/Konkurrenz, Kosten-Nutzen-Kalküle, Effizienz, Gewinnorientierung in Bereiche übertragen werden, die zuvor teilweise oder ganz nach anderen Leitkriterien ausgerichtet waren
Moralisierung
Moralisierung verlagert Macht- und Interessenkonflikte in die Sphäre der Kommunikation von Achtung / Missachtung. Sie reduziert Ambivalenz zugunsten einer Polarisierung von gut und böse.
Konstellationen
Krise
Krise ist vom Wort mit fachsprachlicher Bedeutung zur Zeitdiagnose und einem zentralen Begriff der öffentlich-politischen Kommunikation geworden. Der öffentlich-politische Krisenbegriff ist dabei – unabhängig vom Gegenstand der Krise – in eine krisendiskurstypische Konstellation zur Begründung von krisenüberwindenden Handlungen eingebettet.
Partizipatorischer Diskurs
Partizipation ist mittlerweile von der Forderung benachteiligter Personen und Gruppen nach mehr Beteiligung in der demokratischen Gesellschaft zu einem Begriff der Institutionen selbst geworden: Kein Programm, keine Bewilligung mehr, ohne dass bestimmte Gruppen oder Personen dazu aufgefordert werden, für (mehr) Partizipation zu sorgen.
Skandal
Die Diskurskonstellation des Skandals zeichnet sich durch eine in den Medien aufgegriffene (bzw. durch sie erst hervorgerufene) empörte Reaktion eines erheblichen Teils der Bevölkerung auf einen tatsächlichen oder vermeintlichen Missstand aus. Die schuldhafte Verursachung dieses Missstandes wird dabei einem gesellschaftlichen Akteur zugeschrieben, dessen Handeln als ‚unmoralisch‘ gedeutet wird.
DiskursReview
Review-Artikel
„Künstliche Intelligenz“: Notbremse, Trump, Bundestag
„Notbremse“ bei KI-Gefahr? Keine „Künstliche Intelligenz“ in Bundestagsreden? Und Trump benennt „KI“ in „Superintelligenz“ um.
„Hybrid“ – Diffuse Gefahr im Anstrich fachsprachlicher Präzision
Vor allem in den letzten Monaten und im Kontext des Russland-Ukraine-Krieges steht in der öffentlichen Debatte die „hybride Bedrohung“ im Fokus.
„Clan“
Versuche, politische Gegner durch Behauptung von „Nähe zu“ Kriminellen in Misskredit zu bringen, haben eine lange Tradition.
„Antisemitismus“ / „Antisemit“
Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt hat den Ausdruck „Antisemitismus“ (bzw. „antisemitisch“ und „Antisemit“) zum Gegenstand von Deutungskämpfen gemacht. Dabei konkurrieren Versuche, den Ausdruck fachlich zu definieren, mit Versuchen politischer Instrumentalisierung.
„kapitalgedeckt“ – Eine Perle der Finanz-Propaganda
Ungeachtet der Finanzkrise 2008 und regelmäßiger „Finanzskandale“ wie „Cum-Ex“, Wirecard und ähnlichen, wird im politischen Raum, angeblich wegen, tatsächlich aber z u r Schwächung der staatlichen Sicherungssysteme verstärkt auf private Vorsorge gesetzt.
Tagung 2027: Politisches Lobbying
Sprache und Lobbyismus- Strategische Kommunikation in Politik und Medien Tagung der Forschungsgruppe Diskursmonitor Tagung: 10. und 11. Juni 2027 | Ort: Universität Siegen [Map]Kontakt: Prof. Dr. Friedemann Vogel, Joline Schmallenbach Call for Papers: 31.10.2026...
Der Totalverweigerer – Anmerkungen zu einer Diskursfigur der Feindbildproduktion im Sicherheits- und Sozialdiskurs
Die Bezeichnung Totalverweigerer wurde ursprünglich in den späten 70er Jahren im Rahmen der Auseinandersetzungen um die Inanspruchnahme des Rechtes auf Kriegsdienstverweigerung nach § 4.3 GG verwendet. Mit diesem Ausdruck wurden junge Männer stigmatisiert, die nicht nur den Wehrdienst, sondern auch den (längeren) zivilen „Ersatzdienst“ (später „Zivildienst“) verweigerten und damit, wie auch nicht-anerkannte Kriegsdienstverweigerer, Haftstrafen riskierten…
Memes als moderne Propaganda – Eine sprach- und medienkritische Untersuchung
Digitale Kommunikationsformen prägen heutige gesellschaftliche Debatten weitaus stärker als die klassischen Medien. Ihr Einfluss auf die politische Meinungsbildung und die Ausbildung ideologischer Positionen ist inzwischen unverkennbar und zählt zu den markantesten Entwicklungen der digitalen Gegenwart. Besonders hervorzuheben sind Memes: Sie verbreiten sich schnell, arbeiten mit humoristischen Mitteln und verdichten komplexe Inhalte auf ein Minimum an Zeichen. In öffentlichen Diskursen werden sie daher nicht mehr als spielerisches Internetphänomen betrachtet, sondern als ernstzunehmendes Instrument politischer Kommunikation und den damit einhergehenden propagandistischen Strategien.
Zeitalter der Polykrisen – Was sagt die Polykrise über die Gegenwart und Zukunft?
Beim Durchscrollen der Tagesschlagzeilen ist einem in den letzten Jahr wahrscheinlich der Ausdruck Polykrise ins Blickfeld geraten. Solche Schlagzeilen in deutschsprachigen Medien lauten beispielsweise (1) „Klimawandel, Krieg in der Ukraine, Abstiegsängste – die Welt ist aus den Fugen geraten: Drei Bücher zeigen Wege aus der Polykrise“ (Friedl 2026); (2) „Kritische Psychotherapie: Psychotherapie in der Polykrise“ (Dicks 2026); (3) „Optimismus in der Polykrise“ (Kolev 2025); (4) „Was tun gegen die …
„Genderwahn“ als sprachkritische Abwertung: Eine kritische Betrachtung
„Die Debatte über Gendern und Nicht-Gendern kann ich schon nicht mehr hören. Soll es doch jeder machen, wie er es selbst will.“ Dieses Zitat äußert der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz im Rahmen der Feier zugunsten des Grundgesetzes, welches im Jahre 2024 den 75. Geburtstag feierte (vgl. Steinkohl et al. 2024). Deutlich wird hierbei, dass die Thematik rund um das Gendern in der Politik aufgefasst wird. Allerdings wird gleichzeitig deutlich, dass die Debatte in der Öffentlichkeit stark kritisiert …