DiskursGlossar

Wir

Kategorie: Techniken
Verwandte Ausdrücke: Exklusives Wir, inklusives Wir
Siehe auch: Freund- und Feindbegriffe, Politische Kommunikation, Wahlkampf
Autor: Michael Kranert
Version: 1.0 / Datum: 07.02.2023

Kurzzusammenfassung

Während es meist klar zu identifizieren ist, wer mit dem Personalpronomen 1. Person Singular – ich – gemeint ist, ist die Selbstreferenz mit wir mehrdeutig: Sie kann im weitesten Sinne die ganze Menschheit umfassen, im engeren Sinne aber nur die Sprecher:in und eine weitere Interaktionspartner:in. Verwendet eine Sprecher:in ich, verortet sie das Gesagte zeitlich und lokal in ihrer Person, und muss auch die Verantwortung für den Sprechakt übernehmen: Wird beispielsweise ein gegebenes Versprechen nicht gehalten, liegt die Verantwortung bei der Sprecher:in allein.  Die Referenz von wir hingegen ist mehrdeutig in der Art, dass die Verantwortung nicht notwendigerweise bei der Sprecher:in liegt, sondern bei der Gruppe, für die sie spricht. Da diese aber nicht immer eindeutig ist, bleibt auch die Verantwortungszuschreibung offen. Diese Mehrdeutigkeit wird von politischen Akteur:innen strategisch eingesetzt.

Das Pronomen wir erfüllt aber noch eine weitere diskursive Funktion: Ein Fundament des politischen Diskurses sind dynamische politische Ideologien: Glaubens- und Wissenssysteme von politischen und sozialen Gruppen. Diese Gruppen grenzen sich im sprachlichen Handeln voneinander ab. In politischer Rede, ob in Parteitags- und Parlamentsreden oder in Interviews, unterstützen Formen der Selbstreferenz wie Eigennamen und Pronomina die Konstitution politischer Gruppen, wobei das Pronomen der ersten Person Plural (wir) eine Schlüsselrolle übernimmt: Mit ihm verweist die Sprecher:in auf eine Reihe von menschlichen Individuen, konstituiert sie als eine Gruppe und kommuniziert, dass sie selbst zu dieser Gruppe gehört (vgl. Helmbrecht 2002). Die Verwendung des wir macht dabei auch den Anspruch geltend, für die Gruppe zu sprechen und impliziert eine Abgrenzung von einem impliziten Anderen.

Erweiterte Begriffsklärung

Bedeutungen von wir

Das Pronomen wir besitzt einen sehr breiten möglichen Referenzrahmen. Burkhardt (2003: 411) schlägt für die Sprache in der Politik folgende Unterscheidung vor:

Abb. 1: Schema: Inklusives wir, ego-identisches wir, exklusives wir. Quelle: Burkhardt, Armin (2003: 411).

Die Bezeichnung „exklusives wir“ bei Burkhardt (2003: 412) geht davon aus, dass die Sprecher:in hier nicht einbezogen ist, also ein ,Sprecher:innen exklusives‘ wir ist. Davon zu unterscheiden ist allerdings ein „Sprecher:innen inklusives“ exklusives wir, unter welches viele der von Burkhardt angesprochenen „inklusiven“ Gebrauchsweisen fallen, zum Beispiel das kollektive und das nationale wir. Dieses Verständnis ist in der angelsächsischen Diskursanalyse weit verbreitet und deckt sich mit Karl Bühlers (1965: 142) Idee von einem wir, welches den Empfänger „ausschließt und geradewegs zu einer anderen, zur Ihr-Partei rechnet“.

Die ausschließende Funktion von kollektivem und nationalem wir ist besonders relevant für die politische Sprache, da es hier häufig um die Konstruktion von Gruppenidentitäten geht. Hinzu kommt, dass diese einschließende und ausschließende Referenz oft vage bleibt. Da politisches Sprechen oft mehrfachadressiert ist, wird diese Ambiguität häufig strategisch ausgebeutet: Bleibt es offen, ob die Bedeutung inklusiv oder exklusiv ist, kann sich die individuelle Hörer:in oder eine politische Gruppe aussuchen, inwieweit sie sich von dem Gesagten angesprochen fühlt. Marin Haase (2015: 83) hat das besonders für den Sprachgebrauch von Angela Merkel gezeigt und konstatiert: „In der Politikersprache changiert das Pronomen der ersten Person in Bezug auf seine Extension. Es wird fast zum Passepartout-Wort, was erklärt, warum es so häufig verwendet wird.“

Ein weiteres relevantes Phänomen ist das metaphorische wir, dass ebenfalls einen Beitrag zur strategischen Gruppenkonstruktion leiste. Haid definiert es als

„ein Wir, das nicht für eine bestimmte Gruppe steht, sondern für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das durch einen Begriff symbolisiert wird. Diese Symbole können zum Beispiel eine Nation, eine Sportmannschaft oder auch eine Partei sein. Im Gegensatz zum generalisierenden wir geht es aber nicht um Individuen innerhalb einer konstatierten Gruppe, sondern um das (soziale) Konstrukt oder Konzept, das hinter diesem Zusammengehörigkeitsgefühl steht“ (Haid 2018: 195).

Dies ist besonders im Hinblick auf die diskursive Konstruktion ,imaginärer‘ Gemeinschaften wie Nationen, aber auch politischer Parteien, relevant.

Wie In- und Exklusivität der Gruppe sprachlich kodiert wird, ist natürlich sprachabhängig – und damit auch, inwieweit dies diskursstrategisch ausgebeutet werden kann. Vor allem in Sprachen außerhalb der indo-europäischen Sprachfamilie finden wir zwei verschiedene Pronomen für die inklusive und exklusive erste Person Plural, oder aber auch unterschiedliche Formen für verschiedene Gruppenmitgliedschaft (zum Beispiel Familie und nicht-Familie). Innerhalb der europäischen Sprachen sind die Unterschiede allerdings eher im Gebrauch und abhängig vom soziokulturellen Kontext, wie ich weiter unten für Deutsch und Englisch in der politischen Sprache zeigen werde.

Redestatus durch ich und wir

In der unterschiedlichen Verantwortungszuschreibung für Sprechakte zu ich und wir lässt sich ein Mechanismus erkennen, den Goffman (2005) „Produktionsformat“ nennt. Er führt diesen Ausdruck ein, um das Alltagsverständnis von Autorschaft zu dekonstruieren: Nicht jeder Sprecher ist Autor der Worte, die er äußert. Wir wissen, dass Redner oft Texte verlauten lassen, die sie nicht selbst verfasst haben. Zu unterscheiden von der eigentlichen Autorschaft der Worte ist aber auch die Urheberschaft der Idee oder der sprachlichen Handlung: Urheber der Idee und verantwortlich für deren Konsequenzen können auch politische Gruppen sein, in deren Auftrag die Sprecher:in agiert. So sprechen Vertreter:innen von Parteien oft im Auftrag ihrer Partei, und Regierungsmitglieder oft im Auftrag der Regierung, der Partei oder beider. Und natürlich sprechen politische Vertreter auch stellvertretend für ihre Wähler:innen. Diese Urheberschaft in der Gruppe kann dann als wir ausgedrückt werden.

Da Personalpronomen sowohl textintern als auch auf die Situation verweisen, kann wir in dieser Situation in unterschiedlichem Maße mehrdeutig sein. Wenn es eine Wiederaufnahme eines vorhergehenden Referenten ist, kann das Pronomen eine eindeutige Referenz haben:

Ministerin: Das Kabinett hat dieses Problem gestern diskutiert, und wir haben gemeinsam entschieden, den Vorschlag der Opposition zu übernehmen.

Hier ist die Referenz auf die Gruppen eindeutig, und die Ministerin, die diesen Satz äußert, schreibt der Gruppe die Verantwortung für die Entscheidung zu. Oft ist jedoch das wir nicht in der textuellen Referenzkette verankert, und muss durch die Hörer:in aus dem Kontext erschlossen werden.

Das Erschließen der Referenz von wir in der nicht-medialen Alltagskommunikation ist meist einfach, da der Adressatenkreis räumlich und zeitlich ko-präsent ist. Die Interagierenden können sich auf einen gemeinsamen Kontext berufen, den sie auch durch Gesten aktualisieren können. Oft ist in der direkten Gesprächssituation auch das (institutionelle) Machtgefüge klar.

In der medial vermittelten politischen Kommunikation sind Texte jedoch in der Regel mehrfach adressiert: Sprecher:innen auf Parteitagen sprechen Delegierte im Raum an, aber auch Zuhörer, die Ausschnitte des Textes in der medialen Weiterverwertung durch Zeitungen, Fernsehnachrichten oder in sozialen Medien konsumieren. Die Referenz von wir bleibt daher vage – eine Tatsache, die als leistungsfähiger Mechanismus strategisch eingesetzt werden kann, um Unterschiede in der Gruppe der Hörer zu minimieren, so dass die Hörerschaft sich als homogene Gruppe wahrnimmt: Positive Nachrichten werden hierbei als an die vom Hörer imaginierte Gruppe gerichtet interpretiert, negative Nachrichten hingegen an Nicht-Mitglieder (vgl. Fetzer 2014). In dialogischen Situationen wie Interviews ist die Lage noch komplexer, da hier die Kontexte zwischen den Gesprächspartner konstruiert werden, und Politiker:innen oft zwischen verschiedenen Redestatus wechseln, um eine direkte Antwort zu vermeiden.

Beispiele

(1) Verantwortungszuschreibung im Sommerinterview

Im folgenden Ausschnitt aus dem ARD Sommerinterview vom 8. August 2021, etwa eineinhalb Monate vor der Bundestagswahl vom 26. September 2021, interviewt der Fernsehjournalist Matthias Deiß den AfD-Ko-Vorsitzenden Tino Chrupalla. Deiß befragt Chrupalla über seine Position als Parteivorsitzender zu einem möglichen Parteiausschluss von Matthias Helferich, der durch radikale Äußerungen bekannt wurde.

CHRUPALLA: Und zwar hat der Bundesvorstand sich einstimmig für Parteiordnungsmaßnahmen ausgesprochen, und zwar sehr harte. Herr Helferich wird äh seines Amtes enthoben als stellvertretender (.2) Landesvorsitzender NRW und wird auch eine Ämtersperre auferlegt. Das ist das maximale und mit das härteste, was das Parteienrecht auch hergibt. Das haben wir einstimmig mit den Stimmen auch von Herrn Meuthen beschlossen.

DEIß:  Einstm äh  härteste wäre ein Parteiausschlussverfahren. Da gab es wie gesagt ne Enthaltung von Ihnen. Jetzt (.2) kann man sagen, in so einer entscheidenden Abstimmung, wenn es um die klare Abgrenzung nochmal geht, dann läuft sowas ohne äh in der AfD ohne Positionierung des Parteivorsitzenden ab.

CHRUPALLA: Nochmal, es ist eine Mehrheitsentscheidung des gesamten Bundesvorstandes, demich vorstehe und demich angehöre. Wir sind 12 Personen und die 12 Personen haben sich einheitlich für ein (.2) für Parteiordnungsmaßnahmen ausgesprochen.

DEIß: Jetzt wissen wir morgen könnte der Bundesvorstand kommt der zusammen, möglicherweise noch mal abstimmen würden Sie in diesem Fall bei Ihrer Enthaltung bleiben? Oder würden Sie sogar gegen die Einleitung eines Par… Ausschlussverfahrens stimmen in diesem Fall?

CHRUPALLA: Wie gesagt, wirhaben entschieden im Bundesvorstand und das rest der restliche Tatbestand sind innerparteiliche Angelegenheit (Tagesschau 2021: 22:11-23:24).

In diesem Ausschnitt ist die Referenz des von Chrupalla verwendeten wir eindeutig: Es wird durch den Kontext deutlich, dass der Bundesvorstand der AfD gemeint ist. Strategisch ist es hier so eingesetzt, dass die Gruppe als verantwortlich gesetzt wird, die Gruppe auch als homogene Einheit konstruiert, und damit und Geschlossenheit inszeniert wird. Chrupalla spricht hier bewusst als Vertreter des Parteivorstandes, der durch das wir als Urheber der Entscheidung gekennzeichnet wird. Chrupalla weicht der Frage strategisch aus, denn gefragt wurde nach der individuellen Verantwortung und Position des Parteivorsitzenden. Eine subtile Strategie ist dem ganzen allerdings vorangestellt: Die Worte „Das haben wir einstimmig mit den Stimmen auch von Herrn Meuthen beschlossen“ erlauben eine Lesart, die gleichzeitig Einigkeit suggeriert, und als exklusives wir gelesen Meuthen von der Einheit ausschließt. Die Ambiguität erlaubt hier Einheit und Abgrenzung in einer Formulierung.

(2) Regierungserklärung – Das inszenierte ,nationale wir‘

In seiner Regierungserklärung zum Krieg in der Ukraine vom 27. Februar 2022 spricht Bundeskanzler Olaf Scholz bewusst zu den Parlamentariern und zu den Bürgern, indem er seine Rede mit Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! eröffnet – nicht notwendigerweise eine übliche Anrede, denn bereits die meisten folgenden Sprecher:innen in der Debatte, mit Ausnahme der Außenministerin Annalena Baerbock, wählten diese Eröffnung nicht und beschränkten sich auf Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen!.

Liest man die Rede des Kanzlers in seiner Gänze, findet sich 84-mal wir, und nur 19-mal ich als Selbstreferenz. Zwei große Wechsel werden im Redestatus deutlich: Die Rede beginnt, nach einer abstrakten Behauptung einer Zeitenwende, ohne eine klare Identifikation des erkennenden Subjekts, des Urhebers der Analyse, mit einem ich, das zum inklusiven wir übergeht:

Ich weiß genau, welche Fragen sich die Bürgerinnen und Bürger in diesen Tagen abends am Küchentisch stellen, welche Sorgen sie umtreiben angesichts der furchtbaren Nachrichten aus dem Krieg. Viele von uns haben noch die Erzählungen unserer Eltern oder Großeltern im Ohr vom Krieg, und für die Jüngeren ist es kaum fassbar: Krieg in Europa. Viele von ihnen verleihen ihrem Entsetzen Ausdruck – überall im Land, auch hier in Berlin.

Wir erleben eine Zeitenwende. Und das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor. Im Kern geht es um die Frage, ob Macht das Recht brechen darf, ob wir es Putin gestatten, die Uhren zurückzudrehen in die Zeit der Großmächte des 19. Jahrhunderts, oder ob wir die Kraft aufbringen, Kriegstreibern wie Putin Grenzen zu setzen (Scholz 2022).

Scholz spricht als Bundeskanzler, der die Sorgen der Menschen kennt (ich weiß genau), und geht scheinbar nahtlos zum wir im folgenden Absatz über. Und obwohl dieses wir in seiner Referenz nicht eindeutig ist, lässt es sich durch den Kontext der Ansprache Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger disambiguieren: Scholz inszeniert sich hier als Bürger und Bundeskanzler im Namen der Bürger:innen des Landes, und schlägt eine gemeinsame Interpretation der Kriegssituation als Zeitenwende vor.

Im weiteren Verlauf des Textes findet eine erneute Veränderung des Redestatus statt, da dort das wir, weiterhin vage, dennoch einer Verschiebung unterliegt, denn Scholz spricht von den Aktivitäten der Bundesregierung:

Gemeinsam mit den EU-Staats- und -Regierungschefs haben wir ein Sanktionspaket von bisher unbekanntem Ausmaß verabschiedet. Wir schneiden russische Banken und Staatsunternehmen von der Finanzierung ab (Scholz 2022).

Die Rede kehrt allerdings zum metaphorischen wir, das alle Bürger verkörpert, zurück und schließt mit einem emphatischen Wir werden es verteidigen. Hier wird auf eine etablierte Funktion zurückgegriffen, die durch das wir rhetorisch Homogenität inszeniert, und in diesem Falle Konsens suggeriert und offensichtliche Spannungen in der politischen Debatte ignoriert.

(3) Unterschiede in der politischen Kultur

Anhand einer weiteren Textsorte lässt sich zeigen, wie die politisch-kulturellen Unterschiede in Parteistrukturen, Parteitagen und Vorstellungen von Parteiführung strategisch zu einem unterschiedlichen Gebrauch von ich und wir führt. Kranert (2017) vergleicht hierzu Parteitagsreden von Gerhard Schröder und Tony Blair zwischen 1994 und 2007. In Deutschland wird der Parteivorsitzende vom Bundesparteitag einer Partei gewählt, dies ist im Parteigesetz festgeschrieben. Dass dies keine Formalität ist, wurde während des Bundesparteitages der SPD 1995 deutlich, als der Parteivorsitzende Rudolf Scharping entgegen der Erwartung vieler unter anderem aufgrund einer starken Rede seines Kontrahenten Oskar Lafontaine gegen diesen verlor. In Großbritannien hingegen sind die Strukturen innerparteilicher Demokratie nicht gesetzlich vorgeschrieben, und die Labour Party unter Tony Blair wählte ihren Vorsitzenden durch eine Wahlkommission unabhängig vom Parteitag. Daher unterscheiden sich die Kontexte der Reden der Parteivorsitzenden erheblich.

Dies schlägt sich auch in den Unterschieden der Konstruktion des Redestatus nieder, die im Gebrauch von ich/I und wir/we deutlich werden: Blair hat eine klare Präferenz für die erste Person, er spricht als der gewählte Vorsitzende, und übernimmt persönlich die Verantwortung auch für programmatische Entscheidungen und Sprechakte des Versprechens, wie im folgenden Beispiel:

I vow that we will have increased the proportion of our national income we spend on education (Blair 1996: 86).

Diese stärkere Personalisierung zeigt sich auch quantitativ: Blair verwendet zum Teil zu über 50 % von allen pronominalen Selbstreferenzen die ich-Form, während Schröder selbst als Bundeskanzler im Oktober 1998 diese nur zu 32 % verwendet, und hauptsächlich mit Hilfe des exklusiven Gruppen-wir im Namen der Partei spricht (vgl. Kranert 2017). Dies kann auch als Kontexteffekt der politischen Kultur interpretiert werden: Politikwissenschaftler:innen beschreiben die britische politische Kultur als stärker präsidentiell (vgl. Poguntke und Webb 2005), der politischen Kultur der Bundesrepublik hingegen wird eine stärkere Parteiendominanz zugeschrieben (vgl. Abromeit und Stoiber 2006).

Literatur

Zum Weiterlesen

  • Haid, Janett (2018): Das politische Wir – Eine semantisch-pragmatische Analyse zur Verwendung der ersten Person Plural in öffentlichen Reden von nord- und lateinamerikanischen Politikern. (Kon-) Texte des Politischen.
  • Kranert, Michael (2017): ‘Today I offer you, and we offer the country a new vision’. Discourse & Society 28(2):182–203. DOI: https://doi.org/10.1177/0957926516685463.

Zitierte Literatur

  • Abromeit, Heidrun; Stoiber, Michael (2006): Demokratien im Vergleich. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Blair, Tony (1996): Leader’s speech, Blackpool 1996. In: The Labour Party (Hrsg.): The Labour Party conference Verbatim report. 80–87. London: Labour Party. Online unter: http://www.britishpoliticalspeech.org/speech-archive.htm?speech=202 ; Zugriff: 2.2.2022.
  • Bühler, Karl (1965): Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache. 2. unveränderte Auflage. Stuttgart: Gustav Fischer.
  • Burkhardt, Armin (2003): Das Parlament und seine Sprache. Tübingen: Niemeyer.
  • Fetzer, Anita (2014): Judge us on what we do. In: Pavlidou, Theodossia: Constructing collectivity. „we“ across languages and contexts. 331–350. Amsterdam; Philadelphia: John Benjamins.
  • Goffman, Erving (2005): Rede-Weisen: Formen der Kommunikation in sozialen Situationen. Herausgegeben von Hubert Knoblauch, Christine Leuenberger, und Bernt Schnettler. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.
  • Haase, Martin (2015): „Nebelsprech“ – Sprechen in der parlamentarischen Demokratie. Linguistik Online 73(4). DOI: https://doi.org/10.13092/lo.73.2194.
  • Haid, Janett (2018): Das politische Wir-Eine semantisch-pragmatische Analyse zur Verwendung der ersten Person Plural in öffentlichen Reden von nord-und lateinamerikanischen Politikern. (Kon-) Texte des Politischen. Zeitschrift für Diskursforschung Beiheft(3): 178–210.
  • Helmbrecht, Johannes (2002): Grammar and function of we. In: Duszak, Anna: Us and others. Social identities across languages, discourses and cultures. 31–49. Amsterdam; Philadelphia: John Benjamins Pub.
  • Kranert, Michael (2017): ‘Today I offer you, and we offer the country a new vision’. Discourse & Society 28(2): 182–203. DOI: https://doi.org/10.1177/0957926516685463.O A. 2021.
  • Poguntke, Thomas; Webb, Paul (2005): The Presidentialization of Politics in Democratic Societies. In: Poguntke, Thomas; Webb, Paul: The Presidentialization of Politics. A Comparative Study of Modern Democracies. 1–25. Oxford;  New York: Oxford University Press.
  • Scholz, Olaf (2022): Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar 2022. Die Bundesregierung. Online unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-am-27-februar-2022-2008356 ; Zugriff: 11.7.2022.
  • Tagesschau (2021): Sommerinterview Tino Chrupalla. Bericht aus Berlin. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=1BZHc5StAsQ ; Zugriff: 6.2.2023.

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1: Schema: Inklusives wir, ego-identisches wir, exklusives wir. Quelle: Burkhardt, Armin (2003): Das Parlament und seine Sprache. Tübingen: Niemeyer. S. 411.

Zitiervorschlag

Kranert, Michael (2023): Wir. In: Diskursmonitor. Glossar zur strategischen Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Hg. von der Forschungsgruppe Diskursmonitor und Diskursintervention. Veröffentlicht am 07.02.2023. Online unter: https://diskursmonitor.de/glossar/wir.

DiskursGlossar

Grundbegriffe

Medien

Die Begriffe Medien/Massenmedien bezeichnen diverse Mittel zur Verbreitung von Informationen und Unterhaltung sowie von Bildungsinhalten. Medien schaffen damit eine wesentliche Grundlage für Meinungsbildung und Meinungsaustausch.

Normalismus

Normalismus ist der zentrale Fachbegriff für die Diskurstheorie des Literaturwissenschaftlers Jürgen Link. Die Normalismus-Theorie fragt danach, wie sich Vorstellungen von ‚Normalität‘ und ‚Anormalität‘ als Leit- und Ordnungskategorien moderner Gesellschaften herausgebildet haben.

Wissen

Kollektives Wissen von sozialen Gruppen ist sowohl Voraussetzung als auch Ziel strategischer Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Es wird geprägt durch individuelle Erfahrung, aber auch in Diskursgemeinschaften kommunikativ geteilt – vor allem im Elternhaus, in Peergroups und Bildungseinrichtungen sowie durch Medienkonsum.

Werbung

Werbung ist ein Kommunikationsinstrument von Unternehmen, das der Positionierung im Markt dient und je nach Situation des Unternehmens auf Einführung, Erhalt oder Ausbau von Marktanteilen und damit letztlich auf ökonomischen Gewinn abzielt.

Mediale Kontrolle

Medien werden vielfältig zur Durchsetzung von Macht verwendet. So in der Zensur, wenn eine politische Selektion des Sagbaren und des Unsagbaren stattfindet; in der Propaganda, wenn eine Bevölkerung von den Ansichten oder wenigstens der Macht einer bestimmten Gruppe überzeugt werden soll; oder in der Überwachung, die unerwünschtes Verhalten nicht nur beobachten, sondern unwahrscheinlich machen soll.

Freund- und Feind-Begriffe

Freund-, Gegner- und Feindbegriffe sind Teil der Politischen Kommunikation. Sie bilden die Pole eines breiten Spektrums von kommunikativen Zeichen, mit denen politische Akteure sich selbst und ihre politischen Gegner im Kampf um beschränkte Ressourcen auf dem diskursiven Schlachtfeld positionieren.

Sprachpolitik / Sprachenpolitik

Sprachpolitik bezeichnet allgemein alle politischen Prozesse, die auf eine Beeinflussung der Sprachverwendung in einer Gesellschaft oder Sprachgemeinschaft abzielen. Unterschieden wird häufig zwischen Sprachenpolitik und Sprachpolitik im engeren Sinne.

Sagbarkeit

Im öffentlichen Diskurs findet sich häufig die strategische Behauptung, dass bestimmte Fakten oder Meinungen unsagbar seien. Auf diese Weise wird zum Ausdruck gebracht, dass es Grenzen des Sagbaren gebe, die im öffentlichen Diskurs Geltung hätten.

Kulturelle Grammatik

Kulturelle Grammatik steht für ein System von Regeln und/oder etablierten Regelmäßigkeiten, die Formen richtiger und/oder normaler Kommunikation und Interaktion auszeichnen.

Begriffe besetzen

In der Linguistik wird von ‚Begriffe besetzen‘ oder von ‚semantischen Kämpfen‘ gesprochen, wenn Akteure versuchen, Wörter oder Phrasen mit bestimmten, meist parteispezifischen Bedeutungen zu prägen, oder umgekehrt für einen bestimmten Sachverhalt eine prägnante Bezeichnung zu finden. Diese Bezeichnungspolitik zielt darauf, die eigene (politische) Position zu stärken und meistens auch gleichzeitig die gegnerische Position zu schwächen.

Techniken

Opfer-Topos

Als Opfer-Topos bezeichnet man eine diskursive Argumentationsstrategie, bei der sich Akteure als ‚Opfer‘ gesellschaftlicher Urteilsbildung inszenieren und damit eigene Interessen – vor allem Aufmerksamkeit und Berücksichtigung von Bedürfnissen – geltend zu machen versuchen.

Analogie-Topos

Der Analogie-Topos zählt zu den allgemeinen bzw. kontextabstrakten Argumentationsmustern, die genutzt werden können, um für oder gegen eine Position zu argumentieren. Analogie-Topoi werden von verschiedenen Akteuren und Akteursgruppen strategisch eingesetzt, um eine zustimmende Haltung bei den Zielgruppen zu bewirken.

Negativpreis

Ein Negativpreis ist eine Auszeichnung an Personen oder Organisationen (meist Unternehmen), die sich oder ihre Produkte positiv darstellen und vermarkten, ihre Versprechen aus Sicht des Preisverleihers allerdings nicht einhalten. Dabei dient der Preis durch seine Vergabe vor allem dem Zweck, Aufmerksamkeit zu erregen, mediale Präsenz auf ein Thema zu lenken und den Preisträger in seinem moralischen Image zu beschädigen.

Be-/Überlastungs-Topos

Der Be-/Überlastungstopos ist ein Argumentationsmuster, das vorwiegend in der politischen Kommunikation eingesetzt wird. Als zu vermeidende Konsequenz einer konkreten Situation wird mit dem Be-/Überlastungstopos ein Be- bzw. Überlastungs-Szenario skizziert.

Wahlkampf

Wahlkämpfe sind Zeiten stark intensivierter politischer Kommunikation. Politische Parteien entwickeln Programme für die nächste Legislaturperiode in der Hoffnung, durch entsprechenden Stimmengewinn zu deren Umsetzung ermächtigt zu werden.

Petition

Petitionen sind eine der am meisten genutzten Partizipationsformen nach Wahlen. Sie sind sowohl ein Mittel der politischen Beteiligung als auch ein Protestmittel und damit Zwitterwesen in der politischen Landschaft. Durch die Digitalisierung haben sich Petitionen zudem maßgeblich verändert, ihre Zahl hat zugenommen, ebenso wie die Zahl der Plattformen, auf denen sich Petitionen starten lassen.

Influencer / Influencerin

Influencer:innen sind Personen, die auf Social-Media-Plattformen regelmäßig selbst produzierte Inhalte publizieren und damit eine öffentliche Reichweite über ihre Follower:innen aufbauen. Influencer:innen haben das Potenzial, Rezipient:innen in ihrem Wissen, Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen (engl. to influence).

Litigation PR

Der Begriff Litigation PR kombiniert das englische Wort litigation, das auf lat. ,lītigātiō‘ zurückgeht und für Rechtsstreitigkeit bzw. (Gerichts )Verfahren/Prozess steht, mit dem bekannten Begriff PR (Public Relations).

Memes

Der Begriff des Internet-Memes fasst eine relativ heterogene Gruppe digitaler – und zumeist multimodaler – Texte zusammen (zum Beispiel Videos, GIFs, Image Macros), die sich durch formale oder inhaltliche Gemeinsamkeiten auszeichnen und durch Imitations- und Aneignungsprozesse verbreiten.

Aufwertung/Meliorisierung

Von Aufwertung/Meliorisierung wird in der Linguistik dann gesprochen, wenn ein Wort, das ursprünglich als Fremdbezeichnung der Diffamierung einer bestimmten Volks- oder Personengruppe diente, von dieser selbst dann als positive Eigenbezeichnung verwendet wird.

Schlagwörter

Demokratie

Der Ausdruck Demokratie dient häufig zur Bezeichnung einer (parlamentarischen) Staatsform und suggeriert die mögliche Beteiligung aller an den Öffentlichen Angelegenheiten. Dabei ist seine Bedeutung weniger eindeutig als es den Anschein hat.

Plagiat/Plagiarismus

Plagiarismus ist ein Begriff, der sich im öffentlichen Diskurs gegen Personen oder Produkte richten kann, um diese in zuweilen skandalisierender Absicht einer Praxis unerlaubter intermedialer Bezugnahme zu bezichtigen. Die Illegitimität dieser Praxis wird oft mit vermeintlichen moralischen Verfehlungen in Verbindung gebracht.

Lügenpresse

Der Ausdruck Lügenpresse ist ein politisch instrumentalisierter „Schlachtruf“ oder „Kampfbegriff“ gegen etablierte und traditionelle Medien. Dabei wird häufig nicht einzelnen Medien-Akteuren, sondern der gesamten Medienbranche vorgeworfen, gezielt die Unwahrheit zu publizieren.

Antisemitismus

Mit Antisemitismus werden gemeinhin alle jene Phänomene bezeichnet, die sich gegen das Judentum oder gegen Jüdinnen*Juden als Jüdinnen*Juden richten. Die entsprechenden Erscheinungen reichen von der bloßen Distanzierung und Behauptung jüdischer Andersartigkeit, über vollständig ausgearbeitete Weltbilder, die Jüdinnen*Juden für sämtliche Probleme verantwortlich machen, bis hin zu massiven Ausgrenzungs-, Verfolgungs- und Gewaltpraktiken.

Grammatiknazi / Grammar Nazi

Das überwiegend negativ konnotierte Schlagwort Grammatiknazi – als Übersetzung von engl. grammar nazi – wird zur Benennung von Personen verwendet, die meist in eher informellen Kontexten der öffentlichen Internetkommunikation (u. a. in Foren, Kommentarbereichen auf Nachrichtenportalen, sozialen Netzwerken) ungefragt Sprachkritik an den Äußerungen anderer (häufig fremder) Kommunikationsteilnehmer*innen üben.

Respekt

Respekt oder respektvolles Verhalten wird eingefordert für die Eigengruppe (bzw. von der Eigengruppe), für wirklich oder vermeintlich diskriminierte Gruppen, für abweichende Meinungen. Mitgemeint ist bei der Forderung nach Respekt meist eine positiv bewertete Szene der (sozialen, kulturellen, ethnischen, sexuellen etc.) Vielfalt/Diversität.

Geschlechtergerechte Sprache

Mit dem heute als Fahnenwort gebrauchten Ausdruck geschlechtergerechte Sprache ist die Forderung verbunden, bei Personenbezeichnungen die einseitige, für diskriminierend erklärte Bezugnahme auf einen bestimmten Sexus, konkret: auf das männliche Geschlecht, zu unterlassen.

Identitätspolitik

Der Ausdruck steht heute für eine politische Konstellation, in der konkurrierende Wir-Gemeinschaften mit einer Diskriminierungs- und Benachteiligungsgeschichte in der Öffentlichkeit um Anerkennung konkurrieren. An der Oberfläche geht es ‚identitären‘ Wir-Gemeinschaften darum, die eigene Diskriminierung als Ermächtigungsmotiv an die Öffentlichkeit zu tragen.

Cancel Culture

Cancel Culture ist ein Kampf- und Stigmawort, das sich in skandalisierender Absicht gegen die Praxis (und oft auch bereits gegen die Forderung) des Absagens, Ausladens, Boykottierens moralisch missliebiger und politisch bekämpfter Personen, Organisationen und Positionen in Wissenschaft, Kultur und Politik wendet.

Elite

Einmal wird unter Elite eine Auswahl der Besten und Leistungsfähigsten verstanden, einmal in distanzierender Weise eine abgehobene ‚Kaste‘ der Reichen und Mächtigen im Gegensatz zum Volk. Erstere Variante wird in der Regel zur Verteidigung der etablierten Ordnung verwendet, letztere vor allem von Rechtspopulisten.

Verschiebungen

Ökonomisierung

Ökonomisierung wird in gegenwärtigen Diskursen in der Regel zur Bezeichnung von Prozessen verwendet, in denen die spezifisch wirtschaftlichen Funktions-Elemente wie Markt, Wettbewerb/Konkurrenz, Kosten-Nutzen-Kalküle, Effizienz, Gewinnorientierung in Bereiche übertragen werden, die zuvor teilweise oder ganz nach anderen Leitkriterien ausgerichtet waren

Moralisierung

Moralisierung verlagert Macht- und Interessenkonflikte in die Sphäre der Kommunikation von Achtung / Missachtung. Sie reduziert Ambivalenz zugunsten einer Polarisierung von gut und böse.

Konstellationen

Skandal

Die Diskurskonstellation des Skandals zeichnet sich durch eine in den Medien aufgegriffene (bzw. durch sie erst hervorgerufene) empörte Reaktion eines erheblichen Teils der Bevölkerung auf einen tatsächlichen oder vermeintlichen Missstand aus. Die schuldhafte Verursachung dieses Missstandes wird dabei einem gesellschaftlichen Akteur zugeschrieben, dessen Handeln als ‚unmoralisch‘ gedeutet wird.

DiskursReview

Review-Artikel

Satzsemantik von Vorhersage und Nutzen-Risiko-Abwägung: Die STIKO-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige vom 18. August 2021

“Die Forschung muss… sich in die Lage versetzen, die politischen Implikationen, die sie hat, anzunehmen und auszuforschen, um nicht beim ersten Knall der Peitsche durch alle ihr vorgehaltenen Reifen zu springen. Diese Integrität kann die Wissenschaft gerade dadurch unter Beweis stellen, dass sie dem herrschenden Druck, praktische Tabus in theoretische umzuwandeln, widersteht” (Beck 1986, 283)

Review-Rückblick

In dieser Rubrik veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen kurze Notizen zu Ereignissen oder Phänomenen, die in den vergangenen Wochen in der strategischen und öffentlichen Kommunikation zu beobachten waren. Die Texte kommentieren subjektiv, unsystematisch, teils widersprüchlich und hoffentlich pointiert. Sie erheben keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, beobachten ihren Gegenstand aber von einer diskursanalytischen und -interventionistischen Position aus und sollen zum Widerspruch einladen. Sie repräsentieren nicht die Position der Redaktion des Diskursmonitors, sondern ihrer jeweiligen Autorinnen und Autoren.

Rasse, Rassismus

1) Zu Beginn drei exemplarische Medienereignisse aus der jüngsten Vergangenheit, in denen es um den Komplex Rasse, Rassismus ging…

Freund-Feind-Begriffe: Zum diskurssemantischen Feld soziopolitischer Kollektivierung

Mit jeder sprachlichen Äußerung (und das schließt das Nicht-Äußern mit ein) positioniert sich der Sprecher oder Schreiber sowohl innerhalb eines von ihm intersubjektiv (re)konstruierten als auch eines objektiven (d.h. objektivierbaren) diskursiven Raum sozialer Gruppen. Möglich ist dies nur aufgrund der sozialsymbolischen (indexikalischen) Bedeutung kommunikativer Zeichen im Bühlerschen Sinne…

PR, Punk oder Provinz: Wie Corona-Forschung die Öffentlichkeit (nicht) erregt.

Jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten, neue Zahlen, neue Grafiken zur laufenden Corona-Pandemie. Wer erinnert sich da noch daran, was vor zwei oder drei Monaten oder vor einer Woche öffentlich diskutiert wurde? Vielleicht sind nur zwei Debatten wirklich in unserem öffentlichen Gedächtnis hängen geblieben, unter anderem, weil sie es zu eigenen Twitter-Hashtags gebracht haben: #HeinsbergProtokoll und #IchHabeBesseresZuTun…